Was mir mein Baby über den Beikoststart beigebracht hat

Was mir mein Baby über den Beikoststart beigebracht hat

Tabea von Mama-Baby-Vision lädt ein zur Blogparade über den Beikoststart und da bin ich gerne dabei.

Bei mir ist der Beikoststart ja schon einige Zeit her (2003 und 2005) – und damals waren die Vorgaben noch völlig anders. Eigentlich ein Wunder, dass meine Mädels das gut überstanden haben, wenn man sich die heutigen Empfehlungen anschaut.

Was war vor gut 10 Jahren noch so anders?

Der ganz große Unterschied lag in den vielen verbotenen Lebensmitteln. Fisch, Eier, Kuhmilch, Nüsse (und wahrscheinlich noch einiges mehr, an das ich mich nicht mehr so genau erinnere) waren im ersten Lebensjahr tabu. Einzig das Meiden von Honig ist gleichgeblieben.

Und dann sollte am besten nur ein Lebensmittel pro Woche eingeführt werden, um allfällige Auswirkungen auf die Verdauung oder das Folgen von Bauchweh oder Ausschlägen gut beobachten zu können.

Die Idee der Allergieprophylaxe steht ja ganz groß hinter den Beikostempfehlungen. Und was soll ich dir sagen, ein Kind hat die Pollenallergie (die auch Mama, Papa und zwei Großelternteile haben) voll ausgefasst und das zweite gar nix!

Alleine an der Beikost kanns also nicht liegen.

Wenn ich jetzt so an meinen ersten Beikoststart zurückdenke, mache ich das mit einem breiten Lächeln – über mich selbst.

Was habe ich mir alles an Infos reingezogen, mir Bücher besorgt, einen Workshop besucht und darauf basierend meinen eigenen Plan geschrieben – ich hatte tatsächlich exakt die Reihenfolge der Lebensmittel geplant, in der meine Tochter sie vorgesetzt bekommen würde. Und natürlich habe ich mir viele Gedanken gemacht, um vertrauensvolle Bezugsquellen für qualitativ hochwertiges Biogemüse …

Positiv habe ich allerdings in Erinnerung, dass damals ganz klar Beikoststart nach dem 6. Lebensmonat kommuniziert wurde. Da finde ich heute die heutigen Empfehlungen, die von verschiedenen Seiten kommen, eher verwirrend.

Meine Große war ein Frühchen, sie ist fast sechs Wochen zu früh geboren, deshalb habe ich voll gestillt, bis sie siebeneinhalb Monate war.

War auch gut so, denn sie hat sich überhaupt nicht für Essen interessiert.

Letzteres ist mir erst im Rückblick klargeworden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass, wenn ich früher mit der Beikost begonnen hätte, ich kläglich damit gescheitert wäre. Beikostreifezeichen hat sie nämlich absolut keine gezeigt.

Als sie dann tatsächlich das erste Mal diesen herrlich orangefarbenen Brei (Karotte war 2003 das absolute Muss zum Beikoststart!) vor sich hatte, fand sie das auch durchaus recht vergnüglich, einen feinen Zeitvertreib, aber als Mittel zur Sättigung vollkommen ungeeignet.

Von diesen ersten Fütterversuchen gibt es herrliches Videomaterial, von dem ich sehr hoffe, dass es niemals auf Youtube zu sehen sein wird ;-)

Aber natürlich hat mich das auch ziemlich gestresst und frustriert und tagtäglich den Karottenbrei selber essen, ist ja keine Lösung!

Bis zum Tag X, als ich keine Lust zum selber Kochen hatte und dem Fräulein Tochter einfach einen Brei aus dem Gläschen kredenzte. Und siehe da – der wurde mit Freude und Genuss verspeist!

Und den liebevoll selbst gekochten (der aus dem extra besorgten Biogemüse!!!!) Brei hat sie weiterhin volle drei Monate ignoriert!

Stückchen sowieso!

Mein Stabmixer hat den Brei einfach nicht fein genug geschafft – bis zum Alter von 11 Monaten hat sie strikt alles verweigert, das nicht aufs Feinste püriert war. Und dass schaffte offenbar nur Herr Hipp mit seinen Gläschen … fürs Familienessen hat sie sich erst ab ca. eineinhalb interessiert!

Trotz des etwas holprigen Start ist aus ihr eine vollkommen unkomplizierte Esserin geworden.

Was ich daraus gelernt habe?

Pläne machen ist super - aber sie sind dazu da, umgestoßen zu werden!

Mich persönlich beruhigt es sehr, einen Plan zu haben. Meist habe ich sogar mehrere für unterschiedliche Varianten (Man weiß ja nie was alles passieren kann!) Aber es ist eben keine Katastrophe, wenn man den Plan nicht hundertprozentig einhalten kann, vor allem, wenn noch andere Personen oder ein Baby mit involviert sind.

Das ist auch das, was ich gerne meinen Müttern in den Babyrunden oder Beikostberatungen vermitteln möchte. Plan ist super, aber schau auch drauf, was ganz individuell für dich und deine Familie passt.
Dein Baby wird dir dann ohnehin noch zeigen, was für es passt ;-)

Wenn der Beikoststart bei dir gerade bevor steht, kannst du dir hier das kostenlose Beikost-ABC holen.






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Vera Rosenauer

Mama-Coach mit Herz, Hirn, Humor und langjähriger Erfahrung, Mama von zwei großartigen Töchtern, passionierte Langschläferin, Besitzerin (und Leserin!) mehrerer Kubikmeter Fachliteratur

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