Der informative Experten-Blog für Eltern

Wie sieht zeitgemäße Erziehung aus?

Familie auf dem Weg ins dritte Jahrtausend

Wie erzieht ihr eure Kinder – oder erzieht ihr sie überhaupt nicht?

Das ist die erste Leitfrage, mit der Zwerggeflüster zur Blogparade „Der Weg ins dritte Jahrtausend – Gedanken zur Kinderbegleitung im 21. Jahrhundert“ aufgerufen hat und da bin ich natürlich gerne dabei. Denn das Thema liegt mir naturgemäß am Herzen.

Allein schon vom Namen meiner Seite her kannst du dir denken, dass ich eine große Freundin von Erziehung bin und nicht ganz umsonst lautet auch meine Berufsbezeichnung Erziehungsberaterin …

ABER – was heißt Erziehung eigentlich?

Da drüber wird ja im Internet viel diskutiert und es tauchen immer neue Bezeichnung für Erziehungsstile auf – „artgerecht“, „unerzogen“, „Attachement Parenting“ das sind so die moderneren, ein bisschen veralteter klingen bereits „partnerschaftlich“, „autoritativ“, „demokratisch“ und dann gibt’s ja noch die Klassiker „autoritär“ und „antiautoritär“.

Da kann ganz schnell unter einem Posting ein „Mommy War“ ausbrechen, weil jeder seine Ansicht für richtiger hält … in meinen Live-Gruppen ist mir das immer superwichtig, dass auch mal verschiedenste Meinungen nebeneinander stehen dürfen und es nicht immer nur um richtig und falsch geht.

Schauen wir uns mal an, wie Erziehung auf Wikipedia definiert wird: 

"Unter Erziehung versteht man die pädagogische Einflussnahme auf die Entwicklung und das Verhalten Heranwachsender. Dabei beinhaltet der Begriff sowohl den Prozess als auch das Resultat dieser Einflussnahme"

Dieser Satz macht für mich die Sache mit dem Unerzogen schwer – denn auch mit Nicht-Erziehung gebe ich für mein Kind ja ein Vorbild ab und beeinflusse es damit. Beeinflussen hier im besten Sinne gemeint, nicht in Richtung Manipulation.

Das erinnert mich an Watzlawiks „Du kannst nicht nicht kommunizieren!“ und bedeutet aus meiner Sicht „Du kannst nicht nicht erziehen!“

Was immer ich als Mutter tue oder auch nicht tue, welche Entscheidung ich treffe oder nicht treffe, welches Verhalten ich an den Tag lege oder eben auch nicht, was ich sage oder nicht sage – mein Kind wird es wahrnehmen und seine Schlüsse daraus ziehen.

Und schon ist Erziehung passiert …

"Unter Erziehung werden Handlungen verstanden, durch die Menschen versuchen, das Gefüge der psychischen Dispositionen anderer Menschen in irgendeiner Hinsicht dauerhaft zu verbessern oder seine als wertvoll beurteilten Bestandteile zu erhalten oder die Entstehung von Dispositionen, die als schlecht bewertet werden, zu verhüten".

Wesentliches Keyword in dieser Definition ist für mich „beurteilt“ und „bewertet“.

Wir alle haben Urteile und Bewertungen über unsere Kinder in den Köpfen, ganz einfach, weil unser Hirn so arbeitet. Wir sollten sie uns aber dringend bewusstmachen, denn diese beeinflussen ganz stark unseren Umgang mit unseren Kindern und damit unsere Erziehung.

Deshalb hier ein paar sehr wichtige Grundsätze, wie ich Erziehung sehe:

1.       Erziehung beginnt beim Erzieher

Du kannst nur an deinen eigenen Schrauben drehen!
Du kannst dir über deine eigenen Werte klar werden und dich entsprechend danach verhalten – dein Kind wird entscheiden, was davon es für sein eigenes Leben übernimmt. Und wenn du mit dem Verhalten deines Kindes nicht einverstanden bist, probier auch zuerst deine eigenen Schrauben, bevor du versuchst, an den Schrauben des Kindes zu drehen!

2.       Eltern sind die Experten für ihre Kinder

Keine Beraterin oder Berater oder Erfinder einer „so-machst-du-dein Kind-funktionierend-Methode“ kennt dein Kind besser als du selbst. Nur du allein kannst entscheiden, was gut für dich, dein Kind und deine Familie ist.
Nichtsdestotrotz macht es Sinn sich mal Input von außerhalb zu holen, aber schlussendlich wählst du aus diesem Input aus, was sinnvoll, lebbar und alltagstauglich für dich ist!

3.       Jeder macht das Beste, das ihm gerade zur Verfügung steht

Wir Menschen haben nicht immer alle Ressourcen zur Verfügung – wenn ich als Mama schon seit Wochen unter Schlafmangel leide, kann ich nicht immer gelassen auf meine Kinder reagieren. Das ist ok und verständlich – und es ist das absolut richtig, mir Hilfe in welcher Art auch immer zu holen.

4.       Gleichwertig heißt nicht gleichberechtigt!

Kinder sind als Menschen absolut gleichwertig, können aber aufgrund ihrer altersentsprechenden Fähigkeiten und Lebenserfahrungen nicht gleichberechtigt sein! Es liegt immer in der Verantwortung des Erwachsenen, welche Entscheidungen und Freiräume dem Kind überlassen werden.

5.       Das Bedürfnis hinter dem Verhalten ist richtig und verständlich, die Strategie nicht immer!

Spielen wollen ist verständlich, das wäre das Bedürfnis – dafür dem Kind nebenan in der Sandkiste das Küberl aus der Hand zu reißen, das wäre die Strategie, die ist verbesserungswürdig …

Was Erziehung für mich definitiv NICHT ist

  •      Alles, was mit Strafe und Belohnung zu tun hat (das wäre Dressur!)
  •      Dem Kind etwas aufzupropfen, was so gar nicht seinem Naturell entspricht
  •      Gehorsam als Erziehungsziel
  •      Methoden, die angeblich für alle Kinder funktionieren
  •      Überhaupt die Idee, Kinder funktionierend zu machen

Wie erziehst eigentlich du?

Wenn du darüber mehr Klarheit haben möchtest, dann hol dir hier den kostenlosen Zugang zum Elterntest – meine Einladung zu etwas Selbstreflexion ;-))


Nach welcher Methode wird eigentlich bei Abenteuer Erziehung beraten?

Bei Abenteuer Erziehung gibt es keine Methode, keinen Namen, nach dem gearbeitet wird –
für mich ist einzig die Individualität jedes einzelnen Kindes, jeder einzelnen Mutter, jeder einzelnen Familie wichtig und richtungsweisend in der Beratung!

Was du bei mir in der Beratung oder in den Kursen bekommst, sind viele Inputs, Denkanstöße und Fragen, die dich zum Nachdenken bringen. Ich kann dir mein Wissen und meine Erfahrung zur Verfügung stellen, dir helfen deinen individuellen Weg zu finden und dich ein Stück darauf begleiten – gehen musst du ihn selber!

Terminvereinbarung Erziehungsberatung Wien


Was es bei mir definitiv nicht gibt, sind 100%ige Lösungen, die für alle gelten oder Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die gehorsame Kinder ergeben!

Und um nochmal die Wichtigkeit des elterlichen Vorbildes zu betonen, lasse ich zum Abschluss noch einen Experten zu Wort kommen ;-)

„Es gibt keine andere vernünftige Erziehung, als Vorbild sein, wenn's nicht anders geht, ein abschreckendes.“

© Albert Einstein, (1879 - 1955), theor. Physiker,

Wie siehst du das? Was heißt Erziehung für dich, wie lautet deine Definition? Wie sollten Kinder heutzutage aufwachsen, was ist wichtig, was möchtest du deinen Kindern mitgeben auf dem Weg in die Zukunft?
Merken

Kommentare   

0 # Theresa 2016-07-05 21:14
Hallo Vera!
Vielen Dank für den Link! Ich stimme dir zu! Nichts beschäftigt mich seit einem Jahr mehr, als die Frage der "Erziehung" (warums da kein besseres Wort gibt. Das klingt nach "das Kind in eine Richtung ziehen, die ICH für richtig halte...). Und da wären wir auch schon mitten im Thema. Ich sage oft, dass ich meinen Sohn nicht erziehen würde. Stimmt so natürlich nicht. Bedürfnisorientiert triffts besser. Denn ich halte nichts für verwerflicher, als Kindern mit selbst erfundenen Konsequenzen den eigenen Willen und Strafen aufzubrummen. Viel eher gehts darum dem Kind die Konsequenzen seines eigenen Handelns näher zu bringen und allenfalls ihm durch sie zu helfen. Mit Geduld, Liebe und Vertrauen. Denn die Konsequenzen passieren sowieso. Unvermeidlich. Aber die natürlichen, und keine selbst ausgedachten wie " Wenn du nicht xyz machst, gehst du ohne Abendessen ins Bett! (Ohnehin die schlimmste Form. Dem Kind ein Grundbedürfnis zu verweigern...)". Wenn das Kind DAS lernt, lernt es selbst zu entscheiden und selbst zu denken. Und es wird nicht zu einer Marionette von jedem.
Außerdem denke ich, ist es wichtig, durch eigenes Handeln dem Kind vorzuleben, was zielführend ist. Sie machen einem ja eh alles nach! Mein 7-Monate alter Zwergenmann will z.B. immer Zähneputzen, wenn ich das auch mache. Also hat er eine eigene Zahnbürste bekommen. :) Grenzen austesten und Regeln festlegen ist auch wichtig. Sehr sogar. Aber ohne Bestrafung. Das Kind beobachten und nach seinem EIGENEN Tempo fördern. Das ist auch eine Sache, auf die ich großen Wert lege. Und dann selbstverständlich unendliche Liebe und Zuneigung. Ich "verwöhne" mein Kind mit Liebe. Das ist das Beste was man machen kann. Und dadurch werden sie NICHT zu Tyrannen (auch so ein schreckliches Wort, in diesem Fall zudem völlig fehl am Platz!) So. Genug der Worte. Liebe Grüße!
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren
0 # Vera 2016-07-05 21:53
Liebe Theresa - vielen Dank für dein Feedback! Bis ganz bald, Vera
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren

Kommentar schreiben

Es wird um wertschätzende und seriöse Kommentare gebeten. Zuwiderhandeln führt zur Löschung des Kommentars.


Sicherheitscode
Aktualisieren

portrt vera rosenauer 1

Vera Rosenauer

Mama-Coach mit Herz, Hirn, Humor und langjähriger Erfahrung, Mama von zwei großartigen Töchtern, passionierte Langschläferin, Besitzerin (und Leserin!) mehrerer Kubikmeter Fachliteratur

Weil Familie das größte Abenteuer ist!

Mehr über mich


Du findest mich auch hier:

Facebook
Youtube
Pinterest

MerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerken
babys10 badge 002 1 BRIGITTE MOM BLOGS
Terminkalender Erziehungsberatung Wien
MerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerken
Online Kurse über Kindererziehung
MerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerken

(Über)Lebenstraining für Mütter -
immer gut informiert mit dem Newsletter


Als Auftakt erhältst du in der ersten Woche vier Emails mit vielen Tipps zum Grenzen setzen - unter anderem mit

3 erprobten Alternativen zum NEIN-Sagen

Danach 2-3 Mal monatlich den Newsletter mit aktuellen Blogartikeln, Mini-Coachings, Buchtipps und vielem mehr -
schließe Dich jetzt über 2250 zufriedenen Leserinnen an!



Für mehr positive Kommunikation in der Familie!

Ich gehe sorgsam um mit deinen Daten - und natürlich hast du in jedem Newsletter die Möglichkeit, dich per Klick abzumelden.
Aber glaub mir - das wirst du nicht wollen!
* Werbelinks - für mehr Fairness & Transparenz im Netz
Manche Beiträge enthalten mit * gekennzeichnete Werbelinks. Wenn du über solche Links etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich macht es keinen Unterschied, mir hilft es, die Kosten für den Blog zu tragen. Dadurch unterstützt du meine Arbeit und dafür danke ich dir!
Buchtipps verlinke ich auf Amazon, weil du dir dort ein gutes Bild machen kannst - natürlich bestellt dein regionaler Buchhandel Bücher gerne für dich!
Selbstverständlich empfehle ich nur Produkte, die ich besitze, nutze oder getestet habe (oder manchmal gerne selber hätte ;-)  - da bin ich ganz ehrlich zu dir!
© Abenteuer Erziehung-Vera Rosenauer 2018 - Alle Rechte vorbehalten                                           Site wurde von ... locker von Salloker erstellt mit Joomla
Blogheim.at Logo
x
Online-Workshop
24. Oktober um 9.00 Uhr

MerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerken