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Christkind/Weihnachtsmann: wie ehrlich muss man zu Kindern sein?

Christkind/Weihnachtsmann: wie ehrlich sollen Eltern zum Kind sein?

Heute greife ich mal wieder eine Frage aus der FB-Gruppe Abenteuer  Erziehung - das Dorf für den Mama-Austausch auf.

Wie ehrlich soll/ kann /muss man zu seinem Kind sein? Nämlich bei der Frage: gibt es das Christkind beziehungsweise Weihnachtsmann, Osterhase & Co?

Grundsätzlich bin ich eine große Freundin von Ehrlichkeit gegenüber allen Menschen - also egal ob Kinder oder Erwachsene!

ABER: Ehrlichkeit heißt für mich nicht, jedem die Wahrheit aufzudrängen. Schon gar nicht ungefragt!

Zumal meine Wahrheit ja erstmal nur meine Wahrheit ist und nicht zwangsläufig eine ultimative, globale Wahrheit …

Und damit komme ich auch schon zu Fragen, die du dir selber stellen solltest, bevor du deinem Kind Antworten gibst:
  • Was glaubst du denn?
  • Was ist dir wichtig an Weihnachten?
  • Was ist deine persönliche Wahrheit und was davon möchtest du deinem Kind weitergeben?
  • Und wo ist dein persönlicher Grat zwischen Wahrheit, Glaube und Lüge?
Das ist gar nicht so leicht und da kann ich dir auch keine eindeutigen Antworten liefern, aber ich erzähle dir gerne, für welchen Weg ich mich bei meinen Kindern entschieden habe.

Gibt es das Christkind?

Ich habe für mich das Christkind von den Geschenken entkoppelt. Und das noch bevor die Frage danach gekommen wäre.

Ein „Ja“ auf die Frage "Bringt wirklich das Christkind die Geschenke?"- das wäre mir persönlich eine zu dicke fette Lüge gewesen. Das hätte ich nicht über die Lippen gebracht und zum Glück haben meine Kinder die mir auch so nie gestellt!

Wir feiern zu Weihnachten den Geburtstag vom Christkind und da gibt es auch Geschenke - aber ich selbst habe es nie zum Thema gemacht, wer die wohl bringt. Geschenke für den Rest der Familie haben wir oft gemeinsam gebastelt und verpackt, das gehört für mich auch zu Weihnachten dazu. Und natürlich waren die Geschenke für die Kinder ein Geheimnis und lagen erst unter dem Baum, nachdem das Glöckchen geläutet hat.

Ans Christkind zu glauben oder davon zu sprechen, fällt mir übrigens nicht schwer. Ich bin überzeugt, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gibt, dass wir mit heutigen Mitteln (noch) nicht beweisen, messen oder was auch immer können und deshalb ist es für mich auch keine Lüge vom Christkind zu sprechen.

An diese Dinge dürfen wir glauben, wenn wir wollen.

Bloß weil ich es nicht sehen kann oder es noch keiner gesehen hat, können wir nicht dezidiert ausschließen, dass es ein Christkind gibt. Und das meine ich nun weder religiös noch esoterisch, sondern ganz pragmatisch.

Kinder bauen sich sowieso oft ihre eigene Wahrheit rund um Weihnachten!

Vielleicht sind wir Mamas da ohnehin auf dem Holzweg, wenn wir meinen, wir vermitteln den Glauben ans Christkind oder eben auch nicht.

Wir müssen bedenken, Kinder hören im Kindergarten so viele verschiedene Varianten -  Weihnachten ist ja bei jeder Familie anders und die Kinder reden miteinander:
  • bei den einen bringt das Christkind nur die Geschenke
  • bei anderen auch den Christbaum
  • manche wiederum schmücken den Baum gemeinsam
  • bei einigen kommt der Weihnachtsmann
  • bei manchen wird Weihnachten überhaupt erst am 6 Jänner gefeiert
  • oder es wird in zwei verschiedenen Familien gefeiert
Wenn sie bisschen älter sind, haben sie auch amerikanische Filme gesehen, wo der Weihnachtsmann durch den Kamin rutscht und das überhaupt erst in der Früh.

Kinder haben genug Fantasie, mit der sie sich eine eigene Wahrheit zimmern, aus dem was sie gehört, gesehen und aufgeschnappt haben. Und das finde ich auch wichtig, dass man das zulässt!

Ich habe meinen Kindern nie gesagt, dass das Christkind die Geschenke bringt, vom Weihnachtsmann war bei uns zu Hause nie die Rede.



Natürlich sehen sie aber in der Vorweihnachtszeit unzählige Weihnachtsmänner als Dekoration. Sie haben dann für sich beschlossen, dass der Weihnachtsmann für die amerikanischen Kinder zuständig ist und damit die ihn nicht vor Weihnachten sehen können, kauft er die Geschenke in Europa!
Und genau deshalb sieht man das Christkind bei uns nie, weil das ja offenbar in Amerika einkauft - das war ihre eigene Geschichte, die wollten sie glauben und es lag mir auch fern, das zu zerstören.

Bei uns wird übrigens auch der Christbaum gemeinsam geschmückt – das liegt aber ganz pragmatisch an der Raumaufteilung in unserer Wohnung. Wir haben „nur“ ein riesiges „Wohn/Ess/Küchen-Zimmer“ – wenn das vom Christkind versperrt werden würde, säßen wir am Weihnachtstag in Schlafzimmer, Vorraum und Klo fest ????

Das Schmücken des Baumes ist mittlerweile eine schöne Tradition und wird von den Mädels am Vormittag des 24. erledigt. Nach dem Mittagessen besuchen wir dann einen Weihnachtsmarkt und/oder ein Krippenspiel. Einer von uns Großen bleibt da kurz zurück, um noch die Geschenke unter den Baum zu legen. Ein bisschen Überraschung soll ja dabei sein. Beim Heimgehen „verlieren“ wir dann im Gedränge den Papa, damit der magische Moment beim Heimkommen gewährleistet ist.
Die Wohnzimmertür ist zu und plötzlich läutet das Glöckchen!

Soweit also mein weihnachtlicher Weg – ohne Lügen, aber durchaus mit dem Nichtaussprechen aller Fakten.

Und dazu kann ich dich jetzt auch nur ermutigen:
Finde deine Wahrheit zu der du stehen kannst – und vertraue darauf, dass dein Kind auch seine eigene finden wird!

Viele Kinder wissen übrigens im Volksschulalter Bescheid, aber sie glauben sie ans Christkind, weil sie es glauben möchten und ich finde diese schöne Fantasie können wir unseren Kindern durchaus lassen!

Um dir noch ein paar weitere Wege zu zeigen, habe ich Mama-Bloggerinnen befragt:
Wie war Weihnachten bei euch zu Hause als Kinder und vor allem, wie war das für euch, als ihr die Wahrheit übers Christkind herausgefunden habt?

Ines von www.shrimpskrams.at 
„Also bei mir kam das so nach und nach. Zuerst über Freunde, während meine Eltern den Mythos noch aufrechterhalten haben. Darum konnte ich mich ganz gut an den Gedanken gewöhnen. Es war überhaupt nicht traumatisierend. ????“

Stephanie von www.3fachjungsmami.net 
„Momentan ist das bei uns ein großes Thema zwischen meinem Mann und mir. Unser Großer wird bald 8 und ich warte eigentlich täglich darauf, dass er in der Schule die Wahrheit übers Christkind hört. Ich weiß ehrlich gesagt noch nicht, wie ich es ihm dann erkläre. Für mich als Kind war es nicht traumatisierend, die Wahrheit zu erfahren, aber der Zauber von Weihnachten war dann doch etwas verflogen und meine Schwester und ich suchten dann auch immer die versteckten Geschenke (vor Weihnachten). Die Überraschung an Weihnachten war dann natürlich weg. Deshalb möchte ich diesen Zauber für meine Kinder noch so lange wie möglich aufrechterhalten.“

Michaela von www.littlebee.at 
„Meine Eltern haben den Zauber von Weihnachten ganz lange aufrechterhalten, ich bin irgendwann selbst dahintergekommen, dass die Eltern die Geschenke kaufen, ich weiß aber, dass es kein traumatisches Erlebnis war, es war mehr so ein "Wissen" und viel Stillschweigen. Ich erinnere mich noch daran, dass mich meine Mama zur Seite genommen hat und wir beschlossen haben, dass es unser Geheimnis bleibt, damit meine kleine Schwester noch weiter ans Christkind glauben darf.“

Lisa Christina von www.maunzimadame.com 
„Bei mir war so, dass mir meine Mama (ich war in der Volksschule) erzählt hat, dass es das Christkind gar nicht gibt. Bis zu dem Zeitpunkt habe ich immer daran geglaubt, obwohl meine Schulfreunde schon anderes behauptet hatten. daraufhin bin ich gleich zu meiner jüngeren Schwester und habe ich auch erzählt, dass es das Christkund gar nicht gibt. Worauf sie mir nur mit einem 'Ich weiß eh' geantwortet hat. Ich war damals super enttäuscht und wollte das gar nicht wahrhaben. Auch der Zauber war dann nicht mehr ganz so groß.“

Christina von https://www.thenewmommydiaries.com
„Bei uns kam immer der Weihnachtsmann aber dennoch haben meine kleine Schwester und ich lange den Zauber geglaubt. Irgendwann fing ich an zu vermuten, dass da was nicht so sein kann wie es uns Mama und Papa immer verkauften und so kam ich schließlich dahinter, wer die Wunschzettel abarbeitet. War nicht schlimm für mich, ich hatte eher ein wohliges "Aha! Ich habe euch durchschaut!" Erlebnis ???? Ab da an half ich beim Trug, um es meiner kleinen Schwester nicht zu nehmen - das war mir viel wichtiger als die Tatsache, dass ich es selber wusste.“

Marie-Christin von www.das-versuesste-leben.at 
„Wir sind drei Mädls und da war immer eine, die noch ans Christkind geglaubt hat. Wir Älteren haben den Zauber aufrechterhalten. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, ob meine Eltern mir das irgendwann "gebeichtet" haben? Irgendwann durfte ich dann meiner Mama beim Aufputzen vom Christbaum helfen, während die Kleineren bei den Großeltern waren. Wenn die Geschenke hingelegt werden, geh ich aber heute noch aus dem Raum bis das Christkind dann das Glöckchen läutet. Das ist bei uns irgendwie noch immer so Tradition und dieses Jahr wirds wieder besonders spannend, wie mein fast 2-jähriger Sohn das sehen wird!“

Verena von www.mamirocks.com 
„Bei meinen Kindern hat die Tochter mit gerade mal vier den Zauber selber entlarvt. Seitdem wollten alle drei Kinder eine konkrete Stellungnahme von uns Eltern zum Thema Christkind und Osterhase. Der Größere wollte es aber noch gerne glauben und hat es am darauffolgenden Weihnachten unbedingt mit seinem Schlitten in den Sternenhimmel fliegen sehen. Wir haben rumgedruckst, aber auf die direkte Frage, die immer mal kam, habe ich schon geantwortet, dass die Eltern mithelfen, weil das Christkind das alleine nicht schafft.
In der Schule glauben bei uns in der 2. und selbst 3. Klasse noch alle ans Christkind. Und unsere Kinder haben dieses Jahr, nachdem wir es definitiv zugegeben haben, stilschweigend und gemeinschaftlich beschlossen, jetzt doch wieder dran zu glauben. Ulkig, nicht? Sie haben dafür auch einen Beweis...“

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Vera Rosenauer

Mama-Coach mit Herz, Hirn, Humor und langjähriger Erfahrung, Mama von zwei großartigen Töchtern, passionierte Langschläferin, Besitzerin (und Leserin!) mehrerer Kubikmeter Fachliteratur

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