Was ist besser für Kinder – normale oder elektrische Zahnbürste?

Heute lasse ich als Experten zu dieser Frage Tobias Mikula von Dentalwissen zu Wort kommen:

"In der Kindererziehung spielt die richtige Zahnhygiene erfahrungsgemäß eine große Rolle. Man will natürlich alles richtig machen, um seinem Kind Karies und Löcherbohren beim Zahnarzt zu ersparen. Deshalb überlegen sich viele Eltern auch ganz genau, welche Art der Zahnbürste denn die geeignete für ihre Kleinen ist. Muss es unbedingt ein teures elektrisches Gerät sein, oder reicht schon eine ganz normale Handzahnbürste?

Die Anzahl an Werbeversprechen und Modellen ist riesig, weshalb es nicht immer einfach ist, das passende Gerät zu finden. Deshalb gehe ich in diesem Artikel auf die wichtigsten Dinge ein, welche man beim Kauf einer Zahnbürste für Kinder beachten sollte.

Zahnhygiene bei Kindern

Eins vorweg: viel wichtiger als die perfekte Zahnbürste zu finden ist es, täglich aufs Zähneputzen zu achten. Die beste Bürste bringt nichts, wenn sie nicht regelmäßig eingesetzt wird.

Deshalb sollte man am besten morgens sowie abends mit gutem Beispiel vorangehen und gemeinsam mit seinen Kindern die Zähne putzen. Kleinkinder können ihre Zähne ohnehin noch nicht alleine reinigen, weshalb ein gemeinsames Üben am Anfang Pflicht ist. Das bietet die Chance, sein Kind an das tägliche Ritual der Zahnpflege zu gewöhnen.

Erfahrungsgemäß ist die Motorik im Kleinkindalter noch nicht ganz ausgebildet, weshalb viele Stellen im Mund schwer erreicht werden können.

Ab einem Alter von 3-4 Jahren kann man dann langsam dazu übergehen, sein Kind alleine die Zähne putzen zu lassen. Natürlich ist auch dann noch eine regelmäßige Nachkontrolle Pflicht, denn insbesondere an den Hinterseiten der Schneidezähne oder den schwer erreichbaren Backenzähnen bildet sich oftmals Zahnstein. Deshalb sollte man die Zähne seines Kindes immer auch selbst abschrubben, um sicherzustellen, dass der gesamte Mundbereich gleichmäßig gereinigt wird.

Im Zweifelsfall kontrolliert man die Putzgewohnheiten seines Kindes bis ins Vorschulalter noch regelmäßig nach. Wer sich nicht ganz sicher ist, sollte im Zweifelsfall immer den eigenen Zahnarzt (eine praktische Suche bietet Dentalace) befragen. So gut wie alle Krankenkassen in Österreich bieten für Minderjährige Gratiskontrollen und weitere kostenlose Maßnahmen zur Vorbeugung von Karies an. Genau wie bei Erwachsenen gilt auch bei Kindern, dass regelmäßige Prophylaxe (Vorbeugung) den besten und billigsten Weg in Sachen Zahngesundheit darstellt.

Die richtige Zahnbürste auswählen

Neben täglicher Pflege sollte man aber natürlich auch auf eine geeignete Zahnbürste setzen. Hier reicht die Auswahl heutzutage von ganz billigen Modellen im Supermarkt bis hin zu sehr teuren Geräten mit speziellen Bürstenköpfen. Meiner Erfahrung nach ist so eine teure Anschaffung für eine ausreichende Zahnhygiene nicht unbedingt nötig, auch Zahnexperten sind dieser Meinung.

Bei allen Kinderzahnbürsten sollte man darauf achten, dass die Borsten abgerundet und weich sind, um das empfindliche Zahnfleisch der Kleinen zu schützen. Die meisten dafür entworfenen Bürstenköpfe sind zudem etwas kompakter gebaut, um die schwer erreichbaren Stellen besser putzen zu können.

Bei der Auswahl einer Bürste geht man am besten auf die Bedürfnisse seines Kindes ein. Kommt es mit einer ganz normalen Handzahnbürste zurecht und beherrscht die korrekte Technik, dann macht eine teure elektrische Zahnbürste wenig Sinn. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen ist auch eine normale Bürste ausreichend, solange man sie richtig einsetzt. Im Zweifelsfall kauft man für sein Kind zuerst eine ganz normale Handzahnbürste und beobachtet, wie die Tochter oder der Sohn damit zurechtkommt.

Bemerkt man jedoch, dass es Probleme beim Putzen gibt, dann kann eine elektrische Zahnbürste empfehlenswert sein. Diese Geräte nehmen einem nämlich viel Schrubbarbeit ab, weshalb viele Kinder lieber mit einer elektrischen Zahnbürste putzen wollen als mit einer „anstrengenden“ Handzahnbürste.

Viele Kinderzahnbürsten besitzen zudem zahlreiche Komfortfunktionen. Ein integrierter Timer hilft beispielsweise dabei, die korrekte Reinigungsdauer einzuhalten. Statt Diskussionen, wann man denn endlich fertig ist, wird dann auf lustige Töne oder Melodien gewartet.

Solche Spielereien machen die Zähne zwar nicht unbedingt sauberer, können aber motivieren und Drama im Badezimmer verhindern. Musikstücke nach dem Putzen sorgen erfahrungsgemäß für weit größere Kinderaugen als eine „langweilige“ herkömmliche Bürste. Auch zusätzliche Features wie ein Quadrantentimer (erinnert daran, die Kieferseite zu wechseln) sind bei den meisten dieser Bürsten mit an Bord.

Die neuesten Modelle verbinden sich sogar mit dem Smartphone, sodass sprechende Figuren den Putzalltag begleiten und Eltern die Gewohnheiten besser nachverfolgen können. Das ist natürlich nicht wirklich für eine optimale Zahnhygiene nötig, kann manche Kinder aber durchaus motivieren. Generell gilt, dass alles empfehlenswert ist, was die tägliche Zahnreinigung erleichtert.

Dafür ist nicht immer das teuerste Modell mit zig verschiedenen Putzmodi nötig, sondern oftmals reicht schon eine andere Farbe oder ein Sticker auf der Bürste, damit das eigene Kind gerne dazu greift. Um die Entscheidung für oder gegen eine elektrische Zahnbürste zu erleichtern, habe ich hier noch einmal die größten Pro- und Contrapunkte der jeweiligen Typen zusammengefasst:

Handzahnbürste

+        billig und einfach zu wechseln
+        sehr große Auswahl an verschiedenen Farben, Stickern
+        ist bei korrekter Technik absolut ausreichend für gesunde Zähne
+        kein Ladegerät notwendig
+        leichter zu halten als elektrische Geräte

-        „anstrengende“ Anwendung
-        die richtige Zahnputztechnik ist schwieriger
-        so gut wie keine Zusatzfunktionen wie Timer
-        die meisten Bürstenköpfe sind größer als bei elektrischen Geräten

Elektrische Zahnbürsten

+        die richtige Putztechnik ist einfacher
+        bequemere Anwendung
+        kleinere Bürstenköpfe für schwierig zu erreichende Stellen
+        Timer, Melodien, Komfortfunktionen

-        deutlich teurer
-        muss regelmäßig aufgeladen werden
-        schwerer zu halten
-        manche Kinder mögen das rotierende Gefühl nicht

Zusammenfassung

Abschließend lässt sich sagen: Auch mit einer normalen Handzahnbürste kann man die Zähne seines Kinds gesund halten. Ein elektrisches Gerät kann unter Umständen aber dabei helfen, denn es bietet nicht nur eine einfachere Anwendung, sondern auch zahlreiche Komfortfunktionen wie eingebaute Timer oder Melodien.

Im Vordergrund sollte aber immer die tägliche Reinigung stehen. Wenn ein elektrisches Gerät dabei unterstützt, ist es sein Geld wert. Im Zweifelsfall oder bei konkreten Problemen schadet es nicht, eine Elektrozahnbürste zumindest einmal auszuprobieren.

Selbst das beste Modell kann elterliche Fürsorge jedoch nur unterstützen, nicht ersetzen."

Kostenloser Videokurs: Ist der tägliche Kampf wirklich notwendig?

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Zähne putzen bei Babys und Kleinkindern - ist der tägliche Kampf wirklich notwendig?

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