Der informative Experten-Blog für Eltern

Meine Erfahrungen als Baby-Papa

Meine Learnings als Baby-Papa

Weiter geht die Serie „Papas am Wort“ –
danke, Gregor, dass du hier mit uns deine Learnings und Erfahrungen als Papa mit uns teilst!

casual dad 1Gregor Schinko

Bloggt auf http://www.casualdad.at/

Als Gregor und seine Frau erfuhren, dass sie ein Kind bekommen, begann er zu bloggen. Auf Casual Dad schreibt er nicht immer 100% ernst über das Papa Sein und den Papaalltag mit seiner Frau und seinem Sohn „Little S“.

„Wenn du ein Kind hast, wird sich alles ändern!“

Bis zum 08.06.2017 hätte ich bei diesem Satz nur gelächelt und geschwiegen.

Am 08.06.2017 hat sich alles geändert. Ein Baby erfordert auf alle Fälle eine beinahe komplette Umstellung des bisherigen Lebens. Eine positive Umstellung – eine Umstellung, die einen Menschen eine noch nie dagewesene Liebe erfahren lässt. Nach knapp 10 Monaten habe ich einiges gelernt und über mich erfahren.

Papa-Erfahrung Nummer 1: Zeit ist relativ

Ich weiß – Einstein meinte diese Worte anders als ich. Aber Zeitangaben haben eine ganz andere Gewichtung und Bedeutung im Leben mit einem Baby.
„Wir sind um 14:00 bei euch“ – Sätze wie dieser waren einmal.

Zeitliche Flexibilität ist die neue Pünktlichkeit.
Mit einem Baby kann man keine konkreten Zeitangaben machen. Vor allem nicht Tage zuvor. Man weiß ja auch nie, wie das nächtliche Schlafverhalten so ist. Wir kündigen immer einen Zeitrahmen an, das ist mittlerweile am sinnvollsten und hinterlässt keine Verwunderung über Verspätung oder ähnliches.

Ein anderer Aspekt ist die Neuentdeckung der unterschiedlichen Uhrzeiten. Im Herbst war mein Verlangen groß, dass ich mich wieder regelmäßig sportlich betätige. Also unterschrieb ich einen Vertrag in einem Fitness Center.
Nach den ersten Trainingseinheiten am Abend merkte ich, dass das Training eigentlich die Zeit mit meinem Sohn verringert. Also beschloss ich – das Fitness Center hat zum Glück bereits ab 6:30 geöffnet – mein Training in die Morgenstunden zu verlegen.

Für mich als notorischen „Trödler“, eine schöne Herausforderung in Sachen Disziplin und innerer Schweinehund. Siehe da – nach einem halben Jahr kann ich mir nichts Besseres vorstellen. Das Training in der Früh ist für mich ein perfekter Start in den Tag.

Papa-Erfahrung Nummer 2: Das ist mir wichtig

Jeder Mensch hat Gewohnheiten, die einem wichtig sind – zumindest bevor sie Eltern werden.

Eine meiner Gewohnheiten war mein Morgen-Ritual in den letzten paar Jahren. Aufstehen, Kaffee einschenken und dann mal mindestens 20 Minuten Nachrichten lesen – früher in der Zeitung, jetzt online. Ich brauchte diese Zeit für mich und zum richtigen munter werden. Erst dann konnte ich mich für die Arbeit fertig machen und losstarten.

Dieses Ritual gibt es allerdings noch nicht immer – früher war ich ganz das Gegenteil. Da hat der Wecker geläutet, ich habe schnell einen Kaffee getrunken, habe mich geduscht, fertig gemacht und bin 20 Minuten später am Weg in die Arbeit gewesen. Vermutlich ändert sich das von Dekade zu Dekade. In der Dekade, in der ich jetzt bin, ist mir wichtig, dass ich gleich in der Früh Zeit mit meinem Sohn verbringen kann.

Der Kaffee ist schon noch wichtig – die Nachrichten wären es auch – aber die rücken in den Hintergrund, wenn mein Sohn zu einer Zeit aufwacht, wo ich noch nicht in der Arbeit bin.

Papa-Erfahrung Nummer 3: Hobbys

Ähnlich, wie mit den Gewohnheiten, verhält es sich mit den Hobbys. Diese schraubt man automatisch zurück – vor allem aber auch gern. Sei es das abendliche Bier mit Freunden, die Bandprobe oder das Fußballspiel.

Ein Papa beginnt Prioritäten zu setzen. Da wird gut überlegt, was WIRKLICH WIRKLICH wichtig ist und wo man Abstriche auf jeden Fall in Kauf nehmen kann.



Papa-Erfahrung Nummer 4: Selbstbewusstsein

Ich gebe es zu – ich war die ersten Monate ein viel zu vorsichtiger Papa. Ich hatte ständig Angst, dass ich unserem Sohn wehtun könnte. So war ich zum Beispiel erst nach vier Monaten zum ersten Mal mit der Babytrage eine Runde alleine mit meinem Sohn spazieren.

Davor waren wir immer zu dritt unterwegs. Einerseits klar – weil ich an meinen freien Tagen auch Zeit mit meiner Frau verbringen wollte. Andererseits im Nachhinein komplett schwer nachzuvollziehen; denn so konnte sich meine Frau kaum ein bisschen Zeit für sich alleine nehmen.

Aber dieser Tag im Oktober war der Startschuss für sehr viele Dinge bei mir.

Allen voran ein gesundheitlicher Aspekt – dieser (eigentlich kurze) Spaziergang mit meinem Sohn hat mir ganz schön die Augen geöffnet und wenn man es so ausdrücken will – an diesem Tag ist die „Liebe so richtig eingeschossen bei mir“

Keine drei Tage später habe ich von einer Minute auf die andere mit dem Rauchen aufgehört. Ja – ich weiß – das hätte ich schon Monate vorher tun sollen. Nach und nach merkte ich auch, dass ich begann, mich als Papa und auch als Mensch anders wahrzunehmen. Meine Lethargie, die ich in beruflichen aber auch privaten Dingen sehr oft an den Tag gelegt hatte, verschwand nach und nach.

Man könnte behaupten, dass dieser eine Tag mich um Jahre reifen ließ und mir ein Selbstbewusstsein brachte, welches ich jahrelang vergeblich gesucht habe.

Papa-Erfahrung Nummer 5: Die Erdung

Für mich einer der schönsten Lerneffekte als Papa ist die allabendliche „Erdung“.

Ich komme meistens zwischen 17:00 und 17:30 von der Arbeit nach Hause – unser Sohn geht zwischen 18:30 und 19:00 schlafen. Das Zeitfenster für spielen, kuscheln und Zeit genießen ist ein recht kleines.

Darum haben wir uns angewöhnt, dass ich unseren Sohn ins Bett bringe. Natürlich gibt es Ausnahmen. Ab und zu bin ich beruflich unterwegs und nicht zu Hause. Es gibt Tage, da bin ich als Papa uninteressant und es zählt einfach nur die Mama.

Aber in 90% der Fälle ist das schlafen gehen Papasache. Ich bemerkte erst im Laufe der Zeit, was dieses Ritual bei mir auslöst. Neben meinem Sohn zu liegen, während er einschläft, anschließend noch neben ihm liegen zu bleiben und seinem ruhigen Atem zuzuhören – das ist definitiv einer meiner schönsten Papamomente. Diese 10 / 15 / 20 Minuten lassen mich so richtig vom beruflichen Alltag und Stress erholen und endgültig zu Hause ankommen."

Mehr über Gregors Papa-Alltag auf  http://www.casualdad.at/

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Vera Rosenauer

Mama-Coach mit Herz, Hirn, Humor und langjähriger Erfahrung, Mama von zwei großartigen Töchtern, passionierte Langschläferin, Besitzerin (und Leserin!) mehrerer Kubikmeter Fachliteratur

Weil Familie das größte Abenteuer ist!

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