Grenzen setzen - oder bedürfnisorientiert erziehen?

Die drei größten Missverständnisse in Sachen bedürfnisorientierter Erziehung

Bedürfnisorientierte Erziehung ist so ein Schlagwort, dass gerne durch Mama-Runden und einschlägige Facebook-Gruppen geistert.
Neben bindungsorientiert, artgerecht, unerzogen und noch vielen anderen – gerne entstehen daraus auch regelrechte Mommy wars. Denn was bei einem Label als gut gilt, ist beim anderen ein absolutes No go.

Ich persönlich mag all diese Labels ja nicht so gerne, weil ich sie als sehr einschränkend empfinde und Familienleben doch so individuell und unterschiedlich ist, dass man eigentlich für jede Familie oder sogar für jedes Kind ein eigenes Label bräuchte.

Wobei bedürfnisorientiert mir noch das liebste Label ist, sind Bedürfnisse doch universal.

Und auch die Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg und Familienkonferenz nach Gordon (die ich beide sehr schätze und die du auch in meiner Arbeit immer wieder findest!) arbeiten mit Bedürfnissen.

Aber wie so oft bei Schlagwörtern interpretiert da jede Dinge hinein und zwei Menschen, die das gleiche Wort benutzen, meinen zwei völlig unterschiedliche Dinge. Und so kommt es beim Schlagwort „bedürfnisorientierte Erziehung“ immer wieder zu Missverständnissen in der Umsetzung, mit der sich Mütter dann das Leben unnötig schwer machen.

Was im schlimmsten Fall ins Mama-Burnout führt.

Was genau meint bedürfnisorientierte Erziehung

Ganz superneu ist die Idee dahinter nicht mehr, findet man einiges davon schon im 1946 veröffentlichten Ratgeber Säuglings- und Kinderpflege von Dr. Benjamin Spock. Schon er hat Mütter empfohlen, mehr auf die eigene Intuition zu hören und viel Körperkontakt zu pflegen.

Den englischen Begriff Attachment Parenting hat Dr. William Sears Ende der 1980er-Jahre geprägt, er gilt auch heute noch als bedeutendster Vertreter und sein Begriff wird ins deutsche übersetzt mit bindungs- bzw. bedürfnisorientiert.

Für seine Methode hat er anfangs fünf Verhaltensweisen als wesentlich postuliert:

  • Körper- und Augenkontakt möglichst direkt nach der Geburt
  • Stillen nach Bedarf
  • Gemeinsamer Schlaf
  • Tragen – möglichst oft
  • Und rasches Eingehen auf kindliche Bedürfnisse, so dass es gar nicht zum Schreien kommt

2001 kamen dann noch zwei Punkte dazu:

  • Verzicht auf Schlaftraining
  • Balance der Bedürfnisse von Mutter und Kind

Und genau dieser letzte Punkt wird leider oft übersehen oder nicht genannt, weshalb ich regelmäßig in meinen Mama-Gruppen folgenden Missverständnissen begegne.

Die drei größten Missverständnisse in Sachen bedürfnisorientierter Erziehung

  1. Geht’s dem Kind gut, geht’s mir als Mama auch gut!

Ganz gefährlich – weil eigentlich umgekehrt!
Nur wenn es der Mama gut geht, kann sie auch das Kind versorgen. Diesem Prinzip begegnest du auch bei den Sicherheitshinweisen im Flugzeug. Im Notfall müssen zuerst die Erwachsenen sich mit der Sauerstoffmaske versorgen, um dann den Kindern helfen zu können.

  • 2. Alle Bedürfnisse des Kindes müssen in der Sekunde erfüllt werden

Stress pur!

Tatsächlich verschwindet ein Bedürfnis zwar am schnellsten, wenn es gestillt wird.

ABER: Kinder werden älter und selbstständiger. Dem Bedürfnis eines Babys werden und müssen wir prompter begegnen als dem eines Dreijährigen und dem eines Zwölfjährigen. Das heißt vielleicht einmal raus aus Gewohnheiten und ist für die Beteiligten nicht immer angenehm, wenn die Mama nicht sofort auf Aufforderung hüpft. Keiner mag Veränderungen besonders gerne, aber mit zunehmendem Alter der Kinder darf man als Mama auch wieder mehr auf sich selber schauen!

3. Jeder Wunsch ist auch ein Bedürfnis!

Einen Schokokeks zu essen oder ein neues Spielzeugauto zu bekommen – das sind keine Bedürfnisse! Das sind momentane Wünsche oder noch genauer gesagt: Strategien, die ein Bedürfnis erfüllen mögen.

Wenn du das dahinterliegende Bedürfnis entdeckst und stillst, dann braucht es weder Schokokeks noch Spielzeugauto ….

Ganz oft wird auch gedacht, dass man bei bedürfnisorientierter Erziehung keine Grenzen setzen darf.

Stimmt nicht – trotzdem hält sich der Gedanke hartnäckig in Mütterhirnen. Meist im Unterbewusstsein, von dort schlägt er dann hinterhältig zu und verursacht das berühmte schlechte Gewissen.

Damit dich das nicht – oder weniger – trifft, gibt es meinen neuen 

Online-Workshop: Grenzen setzen – und trotzdem bedürfnisorientiert erziehen

Du erfährst im Workshop:

  • Wie du Wünsche von Bedürfnissen unterscheiden kannst
  • Wie du auch auf deine eigenen Bedürfnisse achten lernst
  • Wie du die Balance zwischen deinen und den Bedürfnissen deines Kindes findest
  • Wo du Grenzen setzen musst und wo nicht
  • Dass Grenzen nicht unbedingt ein Verbot sein müssen
  • Wie du Regelungen findest und im Alltag mit Kindern leben kannst
  • Ob Konsequenzen tatsächlich immer notwendig sind – und welche Alternativen es noch gibt


Weniger Drama, mehr Mama!


Wann:        Du kannst nach der Anmeldung sofort starten
Wo:            bei dir zu Hause am Computer oder Smartphone
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Mama-Coach Vera Rosenauer

Vera Rosenauer

Mama-Coach mit Herz, Hirn, Humor und langjähriger Erfahrung, Mama von zwei großartigen Töchtern, passionierte Langschläferin, Besitzerin (und Leserin!) mehrerer Kubikmeter Fachliteratur

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