Der informative Experten-Blog für Eltern

15 Gründe, warum du isst

15 Gründe, warum Du isst

Hast Du Dir schon mal überlegt, warum Du eigentlich etwas isst?

„Na, weil ich Hunger habe!“ wirst Du jetzt sagen, aber ist das wirklich immer so?

Am Samstag haben wir im Zuge meiner laufenden Ernährungspsychologie-Weiterbildung so interessant darüber diskutiert, das ich unbedingt einen Blogartikel dazu schreiben wollte.

Weil nämlich alle Eltern, die ich kenne, ihren Kindern ein gesundes Essverhalten beibringen wollen – aber Kinder immer das nachleben, was sie sehen und nicht das, was wir ihnen predigen.

Deshalb ist unser Vorbild so wichtig und deshalb müssen wir bei uns anfangen!

Lies Dich mal durch die folgenden Motive zum Essen (und manchmal auch bewusstes Nicht-Essen-bestimmter Lebensmittel) durch und überlege, was bei Dir persönlich am öftesten zutrifft und was Deine Kinder dadurch übers Essen lernen.

Wobei ich hier bewusst nicht werten möchte, was gute oder schlechte Motive sind – ich sehe das sehr individuell, was mich fasziniert ist die Vielzahl der Zugänge zum Essen!

1.       Weil ich Hunger habe

Ganz ehrlich, wie oft ist das wirklich so? Wie gut kannst Du  wirklichen Hunger und Appetit auf etwas unterscheiden?

2.       Weil es gut schmeckt

Guter Geschmack ist uns wichtig – und das ist auch fein so. Essen soll ja immer auch genießen sein. Höre mal in Dich hinein, welches Essen Dir wirklich gut schmeckt!

3.       Weil es grad im Sonderangebot ist

Ökonomische Überlegungen sind nicht unwichtig – aber tappst Du manchmal auch in die Falle, mehr zu kaufen und zu essen, weil es grade im 3+1 Angebot ist?

4.       Weil es so üblich ist

Das Buttersemmerl mit Marmelade ist in unseren Breiten das übliche Frühstück – Alternativen zu finden ist eigentlich nicht schwer, aber in der Praxis ist es oft richtig mühsam eine Gewohnheit zu ändern! Tolle alternative Frühstücksideen findest Du übrigens im Blog von Katharina Ziegelbauer oder im Buch "Powerfrühstück" von Dr. Claudia Nichterl

5.       Weil ich das jetzt brauche

Oft haben wir emotionale Verknüpfungen – „Wenn ich Stress habe, muss ich einfach etwas Süßes essen!“  Wirklich? Würde vielleicht auch etwas anderes helfen?

6.       Weil es nix anderes gibt

„Im Büro gibt’s halt nur das Kantinenessen!“ – Stimmt, manchmal ist es wirklich schwierig mit den Alternativen oder würde die Alternative bloß mehr Aufwand und Mühe bedeuten?

7.       Weil es gemeinsam einfach besser schmeckt

Ein Phänomen, das sich auch bei Kindern gut beobachten lässt – in der Spielgruppe wird plötzlich auch das gegessen, was zu Hause abgelehnt wird, und erstaunlicherweise auch viel mehr.

8.       Weil es gesund ist

Grund 8 schließt in unserem Denken leider oft Grund 2 aus – viele von uns haben die Verknüpfung, dass Gesundes nicht so gut schmeckt wie Ungesundes.

9.       Weil es unhöflich wäre abzulehnen

Die Bürokollegin hat was Süßes für den Nachmittag mitgebracht – kann man da wirklich „Nein“ sagen? Was würde passieren?

10.   Weil ich wissen will, wie das schmeckt

Die kulinarische Neugier ist meist recht unterschiedlich ausgeprägt – grade Kinder neigen aus evolutionsbiologischen Gründen eher zur Vorsicht bei neuen Geschmäckern. Und genau deshalb immer wieder was Neues anbieten und nicht verzweifeln, wenn es nicht probiert wird – vielleicht ja beim nächsten Mal oder beim übernächsten ….



11.   Weil ich es nicht vertrage

Das ist nicht ein Grund, warum etwas gegessen wird sondern einer, der gewisse Lebensmittel ausschließt – „Von Bohnen bekomme ich immer Blähungen!“

12.   Weil die Uhrzeit passt

Der Vorteil geregelter Mahlzeit ist sicher die Struktur, die sie schaffen – aber manchmal ist halt noch kein Hunger da, aber das Essen schon!

13.   Weil es schädlich ist

Da stecken manchmal auch medial geschürte Ängste und auch Verschwörungstheorien aus dem Internet dahinter … die mitunter sehr vergänglich sind, oder wer meidet noch Rindfleisch wegen BSE?

14.   Weil es schlank und schön macht

Oja, da bleib ich gleich beim Internet und sage nur „Die 10 besten Fatburner“ etc. ;-) und noch ganz ohne Internet hab ich in meiner Jugend Hefe (!!!) runtergewürgt, weil das angeblich eine schöne Haut macht …

15.   Weil ich es mir verdient habe

„Jetzt hab ich die ganzen Fenster geputzt, da darf ich mich schon mit einer Torte belohnen!“


Wie schon geschrieben, möchte ich die Motive nicht per se in GUT und BÖSE einteilen – alles hat zu seiner Zeit mal seine Berechtigung! Genauso wie die Überlegung, was möchte ich meinem Kind zum Thema Essen vorleben und ihm für sein Leben mitgeben.

Wie siehst Du das? Fällt Dir noch ein Motiv ein, warum jemand etwas isst oder auch nicht? Wie geht es Dir damit? Hat Dich die Vielzahl der Gründe überrascht? Dann schreib mir doch gleich Deine Überlegungen und Erfahrungen ins Kommentarfeld!


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Kommentare   

0 # Sarah 2015-05-01 18:14
Den Punkt 5 und 15 würde ich mit "Emotionales Essen" beschreiben. Manche Menschen (darunter natürlich auch Kinder) essen, z.B. um unangenehme Gefühle zu verdrängen, weil sie sich einsam oder überfordert fühlen. Eine wichtiger Punkt ist, körperlichen Hunger von emotionalem Hunger zu unterscheiden. Isst man bei emotionalem Hunger, sollte man sich die Frage stellen "Was brauche ich wirklich?" Oder bei Kindern "Wie geht es dir gerade?" Körperlicher Hunger entsteht allmählich und man fühlt ihn im Magen, emotionaler Hunger kommt oft plötzlich und "sitzt" im Hals.
Jeder ist mal aus emotionalen Gründen. Schwierig wird es, wenn man darunter leidet, weil man z.B. regelmäßige Essanfälle hat.
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0 # Vera Rosenauer 2015-05-04 11:07
Vielen Dank, Sarah, für diese Ergänzung!
Liebe Grüße, Vera
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Vera Rosenauer

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