Streitthema Hausübung – so beruhigst du den familiären Konfliktherd

„Konzentrier dich, du brauchst ja ewig mit dem bisschen Hausübung!“

„Also, so wird das nix, wenn du nur herumlungerst!“

„Warum hast du das jetzt schon wieder falsch gemacht?“

Darum gehts hier:
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    Hausübung – der tägliche Konfliktherd in der Familie …

    In diesem Artikel geht es darum,

    • wie du mehr Ruhe, Konzentration und Frieden statt des Hausübungsstress in deine Familie bringen kannst
    • wie viel du als Mama überhaupt helfen sollst und
    • wo du wirklich helfen kannst

    Vorweg – natürlich könnten wir auch überhaupt die Sinnhaftigkeit von Hausübungen in Frage stellen und unser Schulsystem im Ganzen. Das lasse ich aber jetzt mal beiseite, denn das ist ein eigenes Riesenthema!

    Als meine erste Tochter geboren wurde, habe ich die Diskussionen um Änderungen des Schulsystems nur mit einem halben Ohr verfolgt, denn ich dachte, bis sie in die Schule kommt, wird sich das ja schon alles verändert haben.
    Tja, falsch gedacht  …. mal schauen, ob meine Enkelkinder von sinnvollen Änderungen profitieren werden!

    Deshalb, wenn wir uns nicht für häuslichen Unterricht entscheiden, dann müssen wir uns als Eltern auch mit Hausübungen herumschlagen und das wünschen wir uns alle möglichst friktionsfrei.

    Deshalb heißt es für dich als allererstes zu klären:

    Hausübung – wer ist wofür verantwortlich?

    Stell diese Frage am besten gleich beim ersten Elternabend – vielleicht gibt es den für die Erstklässler sogar schon vor dem ersten Schultag.

    Meinen Beobachtungen nach, üben sich viele Eltern in Sachen Hausübungen und heimischen Lernen in „vorauseilendem Gehorsam“ und machen viel mehr als es überhaupt von den Lehrerinnen gefordert oder erwünscht ist.

    Deshalb kläre diese Verantwortlichkeiten für dich und mit der zuständigen Lehrerin, bevor du anfängst, selber bei Hausübungen mitzuarbeiten.

    Mal ganz ehrlich: mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit interessiert sich niemand dafür, wie gut du die Hausübung deines Kindes erledigen kannst!

    Wenn du nicht selber Volksschullehrerin bist, kannst du auch kaum beurteilen, ob die Zeile voller mehr oder weniger geraden Stricherln den altersgerechten Anforderungen entsprechen werden.  Also starte nicht sofort mit dem Ausradieren, bloß weil du es nicht schön genug findest!

    Lass lieber mal bewusst die Verantwortung beim Kind und traue ihm etwas zu. Wesentlich für das Kind ist nämlich die Rückmeldung der Lehrerin, weniger die deine.

    Natürlich gibt es auch Extrembeispiele von Lehrerinnen, die sich viel Einsatz vonseiten  der Eltern erwarten – eine Mutter hat mir mal erzählt, dass die Lehrerin tatsächlich wollte, dass man die Kinder in der Nacht aufweckt und das 1x1 abfragt. Denn das muss im Schlaf sitzen ….

    Aber im Normalfall, wird so viel elterlicher Einsatz gar nicht gewünscht sein – deshalb frag explizit bei der Lehrerin deines Kindes nach, so wisst ihr beide, woran ihr seid!

    Die Lernbedingungen mit dem Kind gemeinsam gestalten

    Die „Ausrüstung“

    Stifte müssen gespitzt werden, Spitzer müssen ausgeleert werden, die Schultasche muss jeden Tag neu gepackt werden, Hefte müssen besorgt werden, wenn sie voll sind.

    Auch das will erstmal gelernt werden. Und dafür bleibt in der Schule meist keine Zeit –hier tut sich also ein weites Feld auf, in dem deine Unterstützung gefragt sein wird.

    Der Ort für die Hausübung

    Viele Kinder bekommen zum Schulanfang außer der Schultüte auch einen eigenen Schreibtisch im Kinderzimmer.

    Die wenigsten Kinder erledigen ihre Hausaufgaben auf dem Schreibtisch im Kinderzimmer …

    Egal, jeder Ort ist ok, wenn das Kind dort gut arbeiten und sich konzentrieren kann!

    Auch wenn dir selbst beim Zuschauen der Rücken weh tut.

    Meine Kinder saßen eine Zeitlang auf dem Boden beim Couchtisch im Wohnzimmer.  Ergonomisch sicher eine Katastrophe, aber sie haben sich gestritten, wer den Tisch zuerst für die Hausübung haben darf. Und wenn Kinder sich ums Hausübung machen reißen, wird man sich doch nicht einmischen, oder?

    Außerdem (pst, nicht weitersagen!) habe ich meine Hausübung ab der Sekundarstufe immer erst im Autobus zur Schule gemacht!

    Natürlich macht es Sinn – vor allem je kleiner das Kind ist – dass du hilfst, den Arbeitsplatz zu gestalten. Dass das Licht gut ist. Dass ein gewisses Maß an Ordnung herrscht. Dass alles, was gebraucht wird, in Griffnähe liegt. Dass die Umgebung einigermaßen ablenkungsfrei ist.

    Die Hausübung im Tagesablauf

    Wenn dein Kind gerade erst mit der Schule beginnt, plane im ersten Semester möglichst keine weitere fixe Nachmittagsbeschäftigung ein.  Außer es ist etwa, dass das Kind schon jahrelang verfolgt und auf keinen Fall missen möchte.

    Die Hausübung muss nicht unbedingt jeden Tag sofort nach dem Heimkommen gemacht werden.

    Besprich und probiere mit deinem Kind verschiedene Varianten aus.

    Manche entspannen sich lieber erst eine Stunde und gehen dann an die Arbeit, manche haben’s lieber schnell hinter sich gebracht.  Manche arbeiten die Dinge lieber im Voraus ab, manche werden erst auf den letzten Drücker so richtig produktiv. Deine Vorliebe muss nicht zwingend auch die deines Kindes sein!

    Die günstigste Zeit zum Hausübung machen wird auch mit dem Stundenplan zusammenhängen. Nach einem anstrengenden langen Vormittag in der Schule wird es anders sein als wenn es nur drei Stunden mit Turnen und Werken waren.

    Frag dein Kind auch, ob es von dir an die Hausübungszeit erinnert werden möchte?  Wie und wie viel soll daran erinnert werden? So vermeidest du deinen Auftritt als nervige Nörgelmama – und glaub mir, dich selbst nervst du damit viel mehr als dein Kind …

    Bei der Organisation von Hausübungen kann ein Hausaufgabenheft sehr hilfreich sein, in dem alle Hausübungen auf einen Blick ersichtlich sind. Vielleicht wird so etwas ohnehin in der Schule angeleitet und geführt, sonst kannst du diese Idee zu Hause einbringen.

    Pausengestaltung

    Konzentration ist anstrengend. Vor allem nach einem langen Schultag (für einen 7-Jährigen ist auch ein Vierstunden-Schultag anstrengend!)

    Überleg gemeinsam mit deinem Kind, ob und wann es Pausen zwischen den Hausübungen machen möchte.

    Erwachsene greifen oft zur Pomodoro-Technik in ihrem Arbeitsablauf, vielleicht ist das auch eine Möglichkeit für dein Kind?

    Bis hierher ging es ums Organisatorische, da ist deine Hilfe vor allem zu Schulbeginn sicherlich gefragt.

    HÜZitat

    Aber wie sieht es denn mit dem Inhalt der Hausübungen aus?

    Wie viel sollst du als Mama helfen und/oder korrigieren?

    Für mich heißt es bei der inhaltlichen Hilfe ganz eindeutig:

    Weniger ist mehr!

    Frag dich zuerst: Will dein Kind deine Hilfe überhaupt? Und wenn ja – in welcher Form?

    Kritik ist keine Hilfe – nörgeln und drohen schon gar nicht …

    Sag deinem Kind, dass du gerne hilfst, wenn es Fragen hat. Natürlich kann es jederzeit kommen und um Hilfe bitten. Aber die Initiative soll von deinem Kind kommen.

    Wenn du von Anfang an bei den Hausübungen eingreifst, wirst du nie erfahren, ob es dein Kind nicht vielleicht auch alleine geschafft hätte!

    Konkret heißt das:

    • Da sein - aber nicht daneben sitzen (gehe ruhig daneben deiner eigenen Arbeit nach!)
    • Hilfe kann geholt werden, sie wird nicht aufgedrängt
    • Gestehe deinem Kind zu, dass Hausübungen nicht zwingend Spaß machen
    • Stelle hilfreiche Fragen anstatt fertiger Erklärungen zu liefern
    • Kontrolliere Hausübungen nur, wenn das Kind konkret darum bittet

    Fazit:

    Wenn du helfen willst, tobe dich lieber im organisatorischen Bereich aus und:

    Lerne abzuwarten und traue deinem Kind etwas zu!

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