Geschwisterstreit: wie du die Ursachen besser erkennst und dabei gelassener bleibst

„Ein entspannterer Familienalltag!“

„Weniger Stress und Hektik“

„Mehr Gelassenheit!“

Das sind Wünsche von Mamas, die ich in Beratungen oder Workshops immer wieder höre. Dann wird erzählt, dass die Kinder kaum Gemüse essen, nie durchschlafen oder auch "meine Kinder streiten ständig".

Meine erste Empfehlung ist dann oft, dieses Verhalten mal eine Woche lang zu protokollieren. Wir neigen als Menschen ja dazu, alles was uns stört oder missfällt, verstärkt wahrzunehmen und das Positive großzügig zu übersehen.

Das gefühlte „Nie“ oder „Immer“ stimmt so meistens nicht!

Vor kurzem habe ich dir ja schon von meiner neuen Leidenschaft, dem Bullet Journaling erzählt. Damit lässt sich dieses „Protokollieren“ ganz wunderbar umsetzen und zwar mithilfe der sogenannten „Tracker“.

Was heißt eigentlich „tracken“?

„To track“ in der wörtlichen Übersetzung heißt: verfolgen, nachspüren, aber auch zur Strecke bringen …

Umgelegt aufs Bullet Journal bedeutet das: mittels Tracking kannst du Gewohnheiten oder Regelmäßigkeiten verfolgen, in dem du sie verschriftlichst.
Du kannst damit nachspüren, ob die Zahlen, Daten, Fakten tatsächlich deiner gefühlten Realität entsprechen. Und du kannst damit auch so manch unliebsame Gewohnheit zur Strecke bringen …

Im Prinzip ist so ein Tracker also nichts anderes als eine Liste oder ein Protokoll, schön neudeutsch-denglisch bezeichnet halt ?

Ich finde die Tracker deshalb so wunderbar, weil ich aus eigener Erfahrung weiß (und mir das viele Frauen immer wieder bestätigen!), dass wir als Mamas bei unseren Kindern eh ein bissel zum Kontrollfreak neigen!

Wenn wir unser Bedürfnis zum Kontrollieren und „Tracken“ dann aber kreativ im Bullet Journal austoben, kommt das der Entspannung der ganzen Familie zugute.

Eine meiner Hauptbotschaften lautet ja:

Zitat Erziehung Kontrolle

Wenn dir der Begriff Tracker aber unangenehm ist, kannst du ihn auch einfach „Tagebuch“ nennen.

Natürlich kann man damit nicht nur die „schlechten“ Gewohnheiten verfolgen, sondern das Bullet Journal auch nutzen, den Fokus aufs Positive zu verschieben. Zum Beispiel mit einem Dankbarkeitstagebuch – lies hier mehr dazu in meinem Artikel Warum Dankbarkeit wichtig ist

In den nächsten Wochen werde ich dir hier am Blog Beispiele zeigen, wie du ein Bullet Journal, oder auch nur einzelne Werkzeuge daraus, für deinen Familien- und Erziehungsalltag nutzen kannst.

Den Beginn macht heute das Thema Geschwisterstreit. Nicht wenige Mamas sind genervt, weil ihre Geschwisterkinder dauernd streiten. Oft genug über scheinbar minimale Anlässe.

Meine Artikel rund um Geschwister(streit) werden ja oft genug gelesen, das zeigt mir, dass Geschwisterstreit und ein guter Umgang damit ein wichtiges Thema ist. Viele Mütter haben offenbar den Eindruck, ihre Kinder streiten den ganzen Tag.

Wie du den Geschwisterstreit-Tracker nutzt?

Hier auf dem Foto siehst du, wie ich den Tracker gestaltet habe – das ist natürlich nur eine Idee, du kannst selbstverständlich alles abwandeln und an deine Bedürfnisse anpassen.

Bujo Geschwisterstreit
In dieser Variante gibt es folgende Spalten, die protokolliert werden:

  • Datum/Uhrzeit
  • Streitanlass
  • Die Heftigkeit des Streits (wird er mit Worten, Fäusten oder sogar Verletzungen geführt?)
  • Lösung – wie wurde der Streit gelöst oder beendet
  • Dein Nervfaktor – wie gut konntest du den Streit aushalten

Ich rate dir, das Protokoll über mehrere Tage zu führen (dafür wirst du sicher mehr als eine Seite brauchen, das ist nicht schlimm!), eventuell fügst du noch weitere Spalten dazu wie die Streitdauer oder wer genau war involviert. Letzteres vor allem dann, wenn du mehr als zwei Kinder hast ?

Von der Spalte „Wer hat angefangen“ würde ich dir abraten. Oft bist du beim Beginn des Streites nicht dabei und da steht dann Aussage gegen Aussage. Damit würdest du auch eines der Kinder zu sehr in die Rolle des „Streithansls“ drängen und wir wissen alle, wie schwer es ist, aus einer Rolle wieder aus zu brechen.

Nach ein paar Tagen werden sich erste Muster im Streittagebuch herauskristallisieren. Wenn du die erkennst, hast du Möglichkeiten zielgerichteter zu reagieren.

Ist vor allem das Spielzeug der Auslöser?
Dann braucht es vielleicht eine Neuordnung oder Aufteilung im Kinderzimmer.

Passieren die Streitigkeiten immer um die gleiche Uhrzeit - zum Beispiel kurz vor dem Abendessen?
Dann ist es möglicherweise der Hunger, der streitlustig macht - hier hilft vielleicht eine ausgiebigere oder spätere Nachmittagsjause oder das Vorverlegen der Abendessenszeit. Oder die Mitbeschäftigung beim Abendessen vorbereiten, damit die Wartezeit schneller vergeht. Oder das Wissen, dass Hunger ein Konfliktverstärker ist, hilft dir, den Streit besser auszuhalten.

Lässt erst dein Einmischen den Konflikt so richtig hochgehen?
Dann tappst du mitunter zu oft in die Schiedsrichter-Falle – lies hier in Einmischen in Geschwisterstreit - ja oder nein?, wann und wie du dich besser in einen Streit involvierst und wie du die Kinder zu einer eigenen Lösung anleitest.

Möglicherweise merkst du aber auch an deinem Tracker, dass gar nicht so viel und oft gestritten wird, einfach dein eigener Nervfaktor schon so hoch ist.
Dann ist es vielleicht gut zu überdenken, wie du ganz allgemein zu Streit und Konflikten stehst (möglicherweise wird dadurch etwas aus deiner Vergangenheit getriggert!) oder wie du ein wenig mehr Zeit für dich in den Alltag bringen kannst.

Probier mal diese drei Mini-Entspannungsmomente – garantiert kostenlos, aber nicht umsonst!

Was dir der Geschwisterstreit-Tracker bringt?

  • Klarheit, worüber gestritten wird
  • Klarheit, wann genau gestritten wird
  • Klarheit, wie oft gestritten wird
  • Klarheit, wie heftig es tatsächlich zur Sache geht
  • Klarheit, wie oft die Kinder selber eine Lösung finden

Vor allem letzteres haben viele Mamas schon als sehr erleichternd empfunden. Unser Apell-Ohr ist ja immer ganz offen!

Aufgelistet zu sehen, dass Kinder ganz wunderbar eigene Lösungen finden, die nicht immer unseren Erwachsenenansprüchen an Gerechtigkeit entsprechen müssen, kann deinen Alltag um vieles leichter machen.

Dann siehst du beim nächsten Geschwisterstreit einfach ganz gelassen zu und freust dich über die Konfliktlösungfähigkeiten deiner Kids!

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