Was die Wohnung kindersicher machen mit Erziehung zu tun hat

Bestimmt kennst du die Listen mit Tipps wie du deine Wohnung kindersicher machen kannst. Und auch die Industrie ist fleißig, dabei immer neue Ideen an Kindersicherheitsartikeln auf den Markt zu bringen,

Wenn du mal durch die entsprechende Abteilung beim großen Schweden gehst, hast du den Eindruck du müsstest am besten deine Wohnung ganz in Watte und Sicherheitssperren packen.

Was aber soll eine kindersichere Wohnung bei der Erziehung helfen?

Natürlich ist es sehr sinnvoll, dein Kind vor Gefahren zu schützen. Schließlich passieren die meisten Unfälle von Babys und Kleinkindern zu Hause!

Deine Wohnung aus Kindersicht: Aus dem Baby wird ein Kleinkind - es lernt krabbeln, sich an Gegenständen hochziehen und dann später frei durch die Wohnung marschieren. Es ist auf einer Entdeckungsreise – alles ist interessant.

Auf die Idee, dass hier irgendetwas gefährlich sein oder kaputtgehen könnte, kommt ein Kleinkind nicht!

Wenn also ein Eineinhalbijähriger eine wertvolle Vase in die Hände bekommt und sie dann vielleicht fallen lässt, ist nicht er daran schuld, weil er so ein schlimmes Kind ist. Sondern die Erwachsenen, die die Gefahr nicht vorhergesehen haben und die Vase nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht haben.

Eine gute Checkliste an Kindersicherheitstipps findest du hier – was davon genau bei dir zu Hause wirklich notwendig und sinnvoll ist, kann ich dir so pauschal nicht sagen. Am besten begibst du dich mal auf die Knie und durchquerst deine Wohnung krabbelnd, dann fallen dir die potentiellen Gefahren verlässlich ins Auge!

Alles Zerbrechliche und Wertvolle, das nicht in Kinderhände gelangen soll, wandert erst mal in die höheren Etagen der Regale (mit etwa zweieinhalb Jahren entdecken dann die meisten Kinder, dass man Sessel hinschieben und raufklettern kann – dann müssen neue Ideen her! Aber dann ist die Entwicklungsphase ja auch schon eine andere :-)

Alles potentiell Giftige wie Medikamente, Pflanzen und Putzmittel kommt hinter verschlossene Türen oder – noch besser – wird entsorgt. Eine gute Gelegenheit um auf umweltfreundliche Putzmittel umzusteigen und der Weihnachtsstern muss leider ein paar Jahre warten, bis er wieder in die Wohnung darf.

Aber du wirst merken: In jeder Wohnung gibt es das eine oder andere, das sich nicht sichern lässt!

Und diese eine Gefahrenzone kannst bzw. musst du deinem Kind langsam, aber sicher begreiflich machen – selbstverständlich unter erhöhter elterlicher Aufmerksamkeit!

Im Kleinkindalter können Kinder ein, maximal zwei „NEIN“-Zonen in der Wohnung akzeptieren.

Bei uns war das zum Beispiel die Küche: da gibt es ja diese tollen Absperrgitter, aber wir haben eine offene Wohnküche und selbst, wenn wir gewollt hätten, wäre es baulich nicht möglich gewesen, ein Gitter zu montieren und die Kinder damit aus der Küche auszusperren …

Kinder kennen die Gefahren noch nicht - also bring ihnen einen guten Umgang damit bei!

 „Messer, Gabel, Schere, Licht – sind für kleine Kinder nichts?“

Hast du das früher auch mal gehört? Ich schon – ich habs aber immer blöd gefunden und abgeschreckt hat es mich auch nicht …

Angst vor Höhe, Hitze oder spitzen Gegenständen ist den Kindern fremd, sie lernen sie erst durch Erfahrung. Nicht dadurch, dass wir sie vor der Gefahr warnen!

Sondern indem wir ihnen Vorbild und Lehrmeister sind, vorsichtig mit möglichen Gefahren umzugehen.

Um deinem Kind zu zeigen, was heiß bedeutet, kannst du es etwas fühlen lassen, das deutlich unangenehm warm, aber nicht so heiß ist, dass es Brandwunden verursacht. Das wird auch je nach Alter, Interesse und Vorhandensein von heißen Gefahrenquellen etwas Anderes sein.

Kerzen haben auf Kinder eine ungeheure Anziehungskraft. Einmal unter Aufsicht sich intensiv mit einem Teelicht beschäftigt, vorsichtig mit dem Finger nahe an die Flamme gegangen – das kann (nicht muss!!!) das zukünftige Interesse stark mindern, schließlich kennt man‘s ja schon.

Nicht absicherbare Treppen in der Wohnung? Dann heißt das Mantra „Füsse zuerst!“

Genauso, wenn es von der Couch nach unten geht – auf den Bauch legen und mit den Füssen zuerst langsam hinuntergleiten.

Bestimmt fallen dir noch viele Beispiele ein, wie du deine Wohnung kindersicher gemacht hast oder dein Kind vorsichtig an mögliche Gefahrenquellen herangeführt hast – ich freue mich auf deine Erfahrungen in den Kommentaren!

Was genau hat „die-Wohnung-kindersicher-machen“ aber jetzt mit selbstwertstärkender Erziehung zu tun?

Stell dir vor, du sitzt auf der Couch in einem Wohnzimmer mit einer weißen Couch, die teuren Weingläser sind hübsch dekoriert auf dem kniehohen Wandregal, das leicht wackelig ist. Die Kabel der Fernseh- und Computerausstattung liegen frei entlang der Sesselleisten zwischen Steckdosen, Wandverbau und Schreibtisch. Vor letzterem steht ein Sessel mit Rollen.

In diesem Zimmer macht sich nun dein Kleinkind auf den Weg seine Welt zu entdecken - wie entspannt wirst du sein? Wie gelassen dein Kind bei seiner Entdeckungsreise beobachten?

Vor dem inneren Auge erfahrener Eltern entstehen jetzt sofort Bilder wie

  • Die beschmierte Couch
  • Zerbrochene Weingläser und potentielle Schnittwunden
  • Das umgefallene Regal
  • Der eingezwickte Finger unter der Schreibtischsesselrolle

Angesichts all dieser inneren Bilder und äußerer Gefahren wirst du hinter angespannt hinter deinem Kleinkind her sein und ihm ständig sagen, dass es da jetzt nicht dran darf. Eine unglaubliche Menge an NEIN’s, die du da von dir gibst.

Die du dir bei entsprechender Umweltgestaltung aber auch sparen könntest!

Zu viele NEIN’s beim Erforschen seiner (in dem Alter noch recht kleinen) Welt pflanzen im Kind auch das Gefühl „Diese Welt muss ja ein unglaublich gefährlicher Ort sein!“ und im schlimmsten Fall blockiert das seine Neugier und Entdeckungsfreude. Es fühlt sich schwach und resigniert – und ich denke, das ist genau das, was wir alle vermeiden möchten.

Ja, gut – aber wie sieht das denn aus, wenn wir rausgehen?

Das ist in der Tat ungleich schwieriger, vor allem, wenn es darum geht, Räume in der Öffentlichkeit zu verändern. Das geht am ehesten mit Engagement in der Nachbarschaft oder auf kommunaler Ebene.

Aber - du kannst noch immer entscheiden, wo und wann du hingehst. Bei manchem kannst du sogar entscheiden, OB du überhaupt mit den Kindern hingehen magst.

Freunde besuchen, die keine Kinder haben, aber dafür eine schicke Wohnung? Da ist vielleicht die bessere Idee, sie zu dir nach Hause ein zu laden.

Wenn du dich für einen Kindergarten entscheidest, bezieh nicht nur dessen pädagogisches Konzept in deine Überlegungen mit ein, sondern auch, wie du den Weg dahin tagtäglich bewältigen wirst. Lange Wege zu Fuß können mit Kleinkindern unheimlich anstrengend werden. Kinderfahrzeuge wie Drei- oder Laufrad vertragen sich nicht gut mit vielbefahrenen Straßen, die überquert werden sollen. Lange Parkplatzsuche mit hungrigem Kleinkind im Kindersitz – kein erquickendes tägliches Programm, oder?

„Mama, gehen wir auf den Spielplatz?“ Wenn du so wie ich eher eine ängstliche Mama bist und nicht so gerne zuschaust, wie die Kids auf den tollen Klettergerüsten herumturnen, lass besser den Papa mitgehen. Und mit dir steht der Spielplatz mit Sandkiste und Schaukel auf dem Plan – so kommt jeder auf seine Kosten.

Fazit:

Nein, du brauchst die Wohnung nicht komplett in Watte packen – es macht Sinn, die größten Gefahren ab zu sichern und das Kind kindgerecht und altersadäquat mit den kleineren Gefahren bekannt zu machen.

So stellst du neben der Kindersicherheit auch sicher, dass dein Kind keine unnötigen NEIN’s hört.

Deshalb: Kontrolliere die Umgebung und nicht das Kind!


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3D cover KSM

Vera liest Marie Kondo - wie Ausmisten bei der Erziehung behilflich sein kann

Mich hat Marie Kondo interessiert, weil sie und ihre Methode in den letzten Jahren so gehypt wurden. Es ging mir in erster Linie darum, mal zu schauen, was dahintersteckt und nicht darum, dass ich dringend ausmisten müsste und nicht weiß wie (wir haben eine relativ kleine Wohnung, was den Vorteil hat, dass wir gar nicht allzu viel anhäufen können!) und deshalb habe ich rund um Weihnachen Magic Cleaning* gelesen.

Ich gebe zu, dass in meinem Kopf auch das eine oder andere Vorurteil gegenüber der gefühlt allgegenwärtigen Konmari-Methode war. Aber wenn man sich seiner Vorurteile bewusst ist, kann man sie auch überprüfen …

Ausmisten mit Marie Kondo

Ok, das Büchlein hat sich als recht dünn herausgestellt und es wiederholt sich relativ viel – es könnte also noch dünner sein (ausgemistet werden – haha!). Manches kam mir etwas befremdlich vor, anderes aber sehr gut brauchbar - lies hier mehr darüber, was ich ausprobiert habe!

Was mir an Marie Kondo fremd ist:

  • Das animistische Weltbild – Marie beschreibt, wie sich den Wohnungen vorstellt, in denen sie mit ihren Bewohnern aufräumen wird. Nachlesen auf Wikipedia ergab, dass es im japanischen Shintoismus aber Teil des Glaubens ist, dass auch Dinge beseelt sind. Trotzdem das bleibt mir etwas fremd!
  • ihr Minimum an Büchern – Marie beschreibt, dass alle ihre Bücher nur ein kleines Fach in ihrem Schuhschrank belegen, das wäre absolut nicht meins …

Was mir an der Methode gut gefällt:

Es geht nicht um die ultimative Schönheit der Wohnung

Ziel ist nicht in einer Kulisse für ein Shooting von „Schöner Wohnen“ zu leben, sondern zu entscheiden, was ist mir wichtig und was habe ich nur im allgemeinen Konsumwahn angeschafft, weil uns die allgegenwärtige Werbung ja fast rund um die Uhr einer Art „Gehirnwäsche“ unterzieht. Weil ich neugierig war, habe ich mir auch zwei der Kondo-Folgen auf Netflix angeschaut. Ich hatte erwartet, dass „fürs Fernsehen“ mithilfe der Expertin ausgemistet wird und dann auch gleich ein Innenarchitektenteam die Wohnung verschönt.

Gar nicht, die Personen und Familien erhalten von Kondo nur die Struktur des Ausmistens und einen Zeitplan und der Rest wird alleine durchgeführt. Ich fand es durchaus spannend, welche psychischen Prozesse da auch beschrieben wurden! Fast rührend: das Ehepaar, das sich nach dem Auszug der Kinder nur noch wenig zu sagen hat und dann das Aufräumen als gemeinsames Ziel entdeckt ...

Die Dinge, die dableiben, werden geschätzt, gebraucht und gepflegt

„Does it spark joy?“ – auch so ein Stehsatz aus der Methode, aber sicher sinnvoll. Vielleicht auch in Abwandlungen „Ist das wirklich etwas, das ich auch in den nächsten Jahren in meinem Leben haben will?“

Wenn ich weniger besitze, ist mir mein Besitz gleich viel wertvoller und ich bin dankbarer für das, was da ist. Ein sehr wertschätzender Zugang, der ja letztendlich auch sehr nachhaltig ist – etwas, das in Zukunft immer wichtiger sein wird. So lernen wir das beim Tun gemeinsam mit unseren Kids und sind gleich ein gutes elterliches Vorbild.

Was ist der Zweck eines Dings?

Mir fällt beim Ausmisten der Umgang mit Geschenken sehr schwer. Nicht jedes macht jahrelang Freude, manches offen gesagt nicht einmal kurzfristig – trotzdem ist schon beim Versuch ans Entsorgen, Verkaufen oder Weiterschenken überhaupt nur zu denken das schlechte Gewissen sofort hellwach.

Hier kommt Maries Tipp des Verabschiedens der Dinge ins Spiel. Die Empfehlung lautet, sich bei jedem Ding, das wegkommt, zu bedanken für das, was es Gutes in unser Leben gebracht hat oder für seinen Zweck, den es erfüllt hat.

So war vielleicht der Zweck des Geschenks nur der Augenblick der Überraschung bei der Übergabe! Auf keinen Fall kann der Schenkende wollen, dass wir jahrelang bei jedem Anblick des Geschenks ein schlechtes Gefühl haben.

Die Hose, die wir ungetragen weggeben, hat vielleicht ihren Zweck damit erfüllt, dass wir lernen, nie wieder eine zu enge Hose mit Hinblick auf die nächste Diät kaufen …

Auf gut österreichisch: Frag dich selbst im Namen des Dings „Wo wor mei Leistung?“

Ausmisten, Variante 1 - wie Marie Kondo das Ausmisten und Aufräumen angeht

Phase eins ist das Ausmisten nach Kategorien –Kleidung, Bücher, Papierkram, Krimskrams, Erinnerungsstücke, etc.

Dazu werden zum Beispiel alle Kleidungsstücke aus allen Räumen und Kästen auf einen Berg versammelt, um sich mit der Gesamtheit des Besitzes zu konfrontieren. Ich denke, das kann sehr heilsam und erhellend sein, vielleicht sogar etwas schockierend!

Nach dem Aussortieren bekommen alle verbliebenen Stücke einen festen Platz zugewiesen. Das finde ich sehr sinnvoll: viel Unordnung entsteht, dass man mit einem Ding nicht so recht weiß wohin und dann wird es mal „zwischendurch“ auf eine freie Fläche gelegt. In gar nicht allzu langer Zeit sind dann alle freien Flächen als Zwischenlager benutzt.

Dieses Konzept des fixen Platzes findest du auch in den meisten Kindergärten. Wenn jedes Spielzeug einen festen Platz hat, ist das Aufräumen wenig problematisch, was vielleicht auch erklärt, dass die Kids im Kindergarten wunderbar ordentlich ist und zu Hause deutlich weniger.

Natürlich gibt es in der Konmari-Methode dann noch viele Unterpunkte und Tipps wie zum Beispiel die Kleidung noch einer ausgeklügelten Methode zu falten oder nach Farben zu sortieren.

Probiere letzteres mal testweise mit einem Stapel T-Shirts aus, geht wirklich ganz schnell, hell oben, dunkel unten – ich war erstaunt, wie das die Optik im Schrank geändert und mir gleichzeitig die Erkenntnis gebracht hat, dass ich in den nächsten zwei Jahren wohl eher keine weißen und dunkelblauen T-Shirts kaufen werde …

Wenn dir die Konmari-Methode – wie wahrscheinlich vielen – auf den ersten Blick mal sehr umfangreich und zeitaufwendig vorkommt und dich allein schon der Gedanke an dieses Unterfangen abschreckt, dann habe ich hier noch zwei Idee wie du das Ausmisten etwas „sukzessiver“, aber doch auch erfolgreich angehen kannst.

Die 15-Tage-Ausmist-Challenge

Spielregeln: Am Tag 1 wird ein Ding ausgemistet, an Tag 2 zwei Dinge, an Tag 3 drei Dinge und so weiter – insgesamt sind das bei 15 Tagen 120 Dinge, wir haben uns das zu viert vorgenommen. So sollten insgesamt 480 Dinge aus unserer Wohnung verschwinden!

Wichtig sind bei einer solchen gemeinsamen Aktion ein paar Spielregeln:

  1. Nur eigene Sachen ausmisten – eh klar, bei fremden ist man wahrscheinlich zurückhaltender …
  2. Bis 24 Uhr müssen die Sachen weg sein – in eine Ecke stellen, um sie demnächst zum Mistplatz zu bringen, gilt nicht bzw. gilt dann erst an dem Tag, an dem sie tatsächlich weggebracht wurden.
  3. Ausmisten heißt auch nicht zwingend wegschmeißen – es gelten auch:
  • Verwenden – z. B.: eine Probepackung Shampoo, die schon seit Monaten herumliegt (Anmerkung aufgrund einer familieninternen Frage: eine Tafel Schokolade zu essen gilt nicht als ausmisten, auch wenn das de facto das Verschwinden eines Dinges ist 😉!)
  • Verschenken
  • Spenden
  • Verkaufen

So habe ich die Challenge in mein Bullet Journal eingetragen – denn dokumentieren hilft ungemein gegen das Vergessen, was man sich eigentlich vorgenommen hat.

15 Tage Ausmist Challenge

Das Ganzjahres-Ausmisten

Das habe ich 2019 mithilfe meines Bullet Journals probiert und es hat sehr gut funktioniert. Jede Woche wird eine Lade, ein Ordner, ein Regalfach, … durchsortiert und ausgemistet.

52 Wochen Ausmisten 1

Damit ist zwar kein schneller Erfolg sichtbar, aber langfristig wird es weniger. Auch hier ist das Dokumentieren des Tuns wichtig, sonst macht sich gerne das Gefühl von „Das bringt doch nichts!“ breit – der Blick auf die Liste überzeugt dich dann vom Gegenteil.

Diese Variante eignet sich gut, wenn dich die große, konzentrierte Aktion eher abschreckt, weil du gar nicht weißt, wo du anfangen sollst oder dir vor der vielen Arbeit und dem Zeitaufwand grault.

Natürlich kannst du bei alldem deine Kinder miteinbeziehen. Wenn du Zweifel hast, lies weiter in Warum sollten Kinder im Haushalt helfen?

Wie geht es dir mit dem Ausmisten und Aufräumen? Ich freue mich auf deine Tipps in den Kommentaren.

Mein Jahresrückblick 2020

Lohnt sich ein Rückblick in einem Jahr, das so von einem einzigen Thema dominiert wird wie dieses überhaupt? Ist eigentlich noch etwas anderes passiert in diesem Jahr als diese unsägliche Pandemie und ihre Folgen?

Weil ich aber eine unverbesserliche Optimistin bin, sind mir beim Zurückdenken nicht nur ein paar Highlight eingefallen, sondern mir ist sogar aufgefallen, dass ich mir erstmals seit vielen Jahren etwas vorgenommen und diesen Vorsatz sogar wunderbar umgesetzt und durchgehalten habe – dazu aber später noch mehr.

Schon fast verdrängt habe ich zwei Meilensteine, die sich Ende Februar und Anfang März zugetragen haben:

Mein erster Live-Vortrag vor mehr als 100 Personen

Ein engagierter Schuldirektor hat via Kinderschutzbund einen Elternabend über die „6-Jahres-Krise“ organisiert und dazu alle Eltern schon bei der Schuleinschreibung eingeladen. Wir haben mit etwa 20 Personen gerechnet, gekommen sind 111 Mütter und Väter 😊

Das erste Mal live im Radio

Ursprünglich war ich im Funkhaus bei Radio Wien eingeladen, um ein Interview – es ging um Kinder und was sie in welchem Alter entscheiden dürfen – aufzuzeichnen, aus dem dann ein Beitrag gebastelt werden sollte. Zum Abschluss aber dann die Frage, ob man mich denn auch während einer geplanten Diskussionssendung anrufen dürfe, wenn es dort Zuhörerfragen gäbe. Zwei Stunden Bedenkzeit habe ich mir erlaubt, bevor ich zugesagt habe – war schon ziemlich weit aus meiner Komfortzone draußen und ich war selten so aufgeregt wie an diesem Abend!

… und dann kam Corona

Meine Tochter sollte von 10.-15. März mit einer Delegation ihrer Schule im Rahmen des Jugendprojektes „Relais de la memoire“ nach Paris fliegen. Ich weiß noch, wie wir an den Tagen vor dem Abflug überlegten, ob es denn eine gute Idee wäre, wenn sie tatsächlich fliegt!

Um 6 Uhr flog die Maschine mit Schülerinnen und Lehrerinnen ab, um 8.30 Uhr sage ich noch zu einer Kollegin „Es wird ja die Situation hoffentlich nicht in den nächsten paar Tagen so heftig eskalieren!“ und um 13 Uhr kam die Whatsapp „Unser Rückflug ist gecancelled“. Sie haben es dann einen Tag früher nach Hause geschafft und ab 16. März war Österreich im Lockdown …

Was zur Folge hatte, dass auch alle meine geplanten Live-Workshops und Vorträge sukzessive abgesagt wurden. Dass es gleichzeitig auch um meinen Blog ruhiger geworden ist, hat vor allem zwei Gründe:

1. Mein neues Buch „Kinder stark machen – was dem Selbstwert gut tut“

Die Anfrage des Verlages kam Ende Mai, wir haben Abgabetermin Ende Oktober vereinbart, somit habe ich den Sommer mit Schreiben verbracht, aber eben nicht für den Blog. Grundsätzlich war die Erscheinung noch für vor Weihnachten geplant, wie so vieles im heurigen Jahr hat sich einiges verschoben in Lektorat, Korrektorat, Buchsatz – aber ich kann dir hier schon mal ganz stolz das Cover präsentieren, geplanter Erscheinungstermin ist dann Anfang des Jahres:

Cover Kinder stark machen

2. Ein Zufall, noch aus dem letzten Jahr

Ende September 2019 habe ich quasi aus einem Zufall heraus eine Stellenanzeige gelesen, in der es um Seminarorganisation in Teilzeit ging – und zwar im Wiener UGP, mit dessen Hilfe ich selbst 2009 Abenteuer Erziehung gegründet habe. Ich dachte „Wie lustig!“, habe aus Spaß an der Freude hingeschrieben und unglaublicherweise binnen weniger Tage losgelegt. Zeitmäßig ergänzen sich die beiden Tätigkeiten theoretisch ganz wunderbar – außer es ist gerade Corona und man muss Planungen ständig ändern und anpassen …

Für mich war es zudem sehr fein nach 10 Jahren nicht mehr ausschließlich ein Ein-Personen-Unternehmen im Home-Office zu sein, sondern wieder ArbeitskollegInnen zu haben, mit denen man sich gemeinsam was zum Mittagessen bestellt (ok, jetzt gerade mal wieder nicht, weil nun doch auch da Home-Office 😊).

Auch der Kontakt zu den vielen GründerInnen aus verschiedensten Branchen hat mich ordentlich aus meiner gewohnten Welt herausgeholt – ich war ja jahrelang hauptsächlich mit Mama-Themen (das auch privat!), Pädagogik, Online-Marketing und Social Media beschäftigt.

Es war somit auch eine gute Gelegenheit einen Blick über den Rand des eigenen Suppentellers zu werfen und siehe da, da gibt’s ja noch ganz viel anderes! Genau aus dieser Erkenntnis Ende letzten Jahres ist mein Vorsatz für 2020 entstanden:

„Heuer lese ich nur, was mich interessiert und mir Spaß macht!“

Keine Angst, Pädagogik und Kommunikationspsychologie interessieren mich nach wie vor, aber nach der geballten Ladung der Jahre zuvor, hatte ich oft das Gefühl, bereits die Wiederholung der Wiederholung der Wiederholung zu lesen …

Hier ein Auszug aus meiner Leseliste dieses Jahr:

Das Universum ist eine Scheißgegend* – Werner Gruber, Heinz Oberhummer, Martin Puntigam

Nein, das ist kein Buch über die Pandemie – ich habe es als Beispiel herausgegriffen für diverse Bücher der Science Busters rund um Physik und Planetenwissenschaften.

Komisch – alles chemisch!* - Mai Thi Nguyen Kim

Zuerst bin ich über das „Corona-Video“ im Kanal Mailab gestolpert und seitdem verfolge ich die Arbeit der Autorin. Am 8.5.2021 wird ihr in Wien der Heinz-Oberhummer-Award verliehen und ich habe Karten für die Verleihung zum Geburtstag bekommen – ich freue mich schon darauf und hoffe, dass mir nicht noch einmal ein Strich durch die Rechnung gemacht wird (der erste Termin wäre nämlich eigentlich schon im November 2020 gewesen!)

Genpoolparty* - Martin Moder

Der nächste Naturwissenschaftler in meiner Leseliste – sehr empfehlenswert auch sein Insta-Account und seine Videos zum mittlerweile unsäglichen Thema, das mit C beginnt!

Miss Daisy-Krimis* – Carola Dunn

Manchmal braucht es auch was Leichtes – eine junge, durch die Folgen des Ersten Weltkrieges verarmte Adelige beginnt als Journalistin zu arbeiten und wird immer wieder in Kriminalfälle verwickelt – „cozy crime“ vor dem Kamin 😊

Um Leben und Tod*– Henry Marsh

Meine Mädels und ich sind in Greys Anatomy hineingekippt und plötzlich waren die Erfahrungsberichte eines Neurochirurgen von Interesse, wenn schon McDreamy nicht mehr Teil der Serie ist …

Eine kurze Geschichte der Menschheit– Yuval Harari

Geschichte hat mich immer schon fasziniert, schließlich habe ich ja vor vielen Jahren in der Wiener Hofburg Führungen durch die Kaiserappartements für Touristen gemacht. An diesem Buch finde ich vor allem die Sicht auf das Große und Ganze der Menschheitsgeschichte interessant, ohne dass auf einzelne Länder oder Personen eingegangen wird – und wie viel Psychologie de facto hinter den großen Umbrüchen steht!

What if*und How to* – Randall Munroe

Wissenschaftliche Antworten auf absurde hypotethische Fragen wie „Funktioniert ein Toaster auch in der Tiefkühltruhe“ oder „Wie man es hinkriegt, ein richtig großes Loch zu graben?“ – und das mit herrlichem Humor!

Passend zu meinem Lesevorhaben habe ich mir eine Jahreskarte für das Kunsthistorische Museum und die Science Card der VHS geleistet und Führungen und Vorträge (teilweise natürlich online!) besucht. Von ägyptischen Hieroglyphen über kulinarische Physik bis zur Konstruktion der internationalen Raumstation ISS.

Marie Kondo habe ich übrigens auch gelesen, nicht weil ich mit meiner Ordnung zu Hause unzufrieden wäre, ich wollte vor allem wissen, was an diesem Hype dran ist. Ich glaub, da muss ich aber nochmal extra darüber berichten.

Für 2021 habe ich derzeit noch keinen Vorsatz – vielleicht fällt mir noch was ein, vielleicht auch nicht, das sehe ich recht stressfrei. Auf alle Fälle kann es ja nur bergauf gehen :-)

2021Hast du dir schon etwas vorgenommen für 2021? Ich bin gespannt, schreib sie gerne in die Kommentare, oft hilft ja das „Sich-deklarieren“ und Niederschreiben bei der Umsetzung!

5 Fehler, wenn du deinem Kind Kunst im Museum vermitteln willst

„Nein, nicht in ein Bildermuseum! Das ist fad!“

Ich gehe selbst gerne in Museen und Ausstellungen und auch meine Kinder waren von Naturhistorischem oder Technischem Museum immer begeistert.

Wenn es aber darum ging, dass ich mit ihnen einmal „Bilder anschauen“ wollte, war die Begeisterung ganz schnell dahin. Ganz bestimmt habe ich in meiner erwachsenen Kunstbeflissenheit ein paar der klassischen Fehler gemacht, von denen uns (einer Gruppe von Elternbildnerinnen) Kunstvermittlerin Friederike Lassy-Beelitz bei einer Weiterbildung in der Wiener Albertina erzählte – und natürlich auch, wie man es besser macht.

Bilder-Museum ist nicht langweilig

Nochmal ein herzliches Dankeschön an Katja Ratheiser vom KBW fürs Möglichmachen dieser Fortbildung, die im Februar 2020 stattgefunden hat - seit damals versauert dieser Artikel coronabedingt auf meiner Festplatte.

Jetzt möchte ich dir aber diese wunderbaren und dabei teilweise so einfachen Ideen weitergeben, zumal – wenigstens bei uns in Wien - momentan die Museen gerade wieder geöffnet haben und das eins der wenigen Dinge ist, die man unternehmen kann, wenn es draußen zu kalt ist.

Und wenn du kein Museum in der Nähe hast oder es gerade schließen musste, gebe ich dir noch eine Menge Buchempfehlungen.

Fehler Nummer 1: Du möchtest ein „kulturelles Vorzeigekind“ haben

Das heißt, du hättest es gerne, dass es sich im Museum wohlverhält, dass es möglichst stumm die Bilder bewundert, während andere Besucherinnen dich bewundern, weil du ja so eine tolle Mama bist …

Der Wunsch wird sich so nicht 100prozentig erfüllen lassen, aber mit guter Vorbereitung kannst du dich immerhin ein wenig nähern 😊

Was ist ein Museum überhaupt?

Was sieht man dort? Warum sind diese Sachen überhaupt dort und wer hat sie gemacht? Wem gehören die Bilder und wer arbeitet in einem Museum?

Buchempfehlung:  Wie kommt die Kunst ins Museum?

Die Hausordnung

In Museen gibt es im Normalfall eine Haus- oder Besucherordnung. Gerade, wenn man mit Kindern unterwegs ist, kann es sehr hilfreich sein, sich diese vorab im Internet zu Gemüte zu führen.

Da findest du zum Beispiel Informationen über Sitzgelegenheiten im Museum, ob man Kinderwägen mitnehmen oder fotografieren darf, was alles an der Garderobe abzugeben ist.

Mit großen Ohren haben wir von unserer Kunstvermittlerin erfahren: „Alles, was nicht dezidiert verboten ist, ist erlaubt!“

  • Sich in einer Ecke auf den Boden zu setzen, weil das Kind schon so müde ist, und eine kurze Pause machen
  • Sich unter einem Riesenbild mal kurz auf den Boden legen, um die Relation zur eigenen Körpergröße herzustellen

Natürlich sollen andere Besucherinnen von solchen Aktionen nicht gestört werden – im Zweifelsfall bei den Aufsichtspersonen vor Ort kurz nachfragen.

Was werden wir im Museum sehen?

Viele Museen haben auch einen tollen Online-Auftritt, manche Sammlungen sind sogar fast komplett im Internet zu sehen. Vielleicht hast du ja auch von früheren Besuchen Kunstpostkarten zu Hause oder ihr holt euch vorher einen Bildband aus der Bücherei.

So kannst du deinem Kind auch schon die spannendsten Exponate vorab zeigen, so findet es vielleicht auch schon sein Lieblingsbild und das geht ihr dann besuchen. Giuseppe Arcimboldos „Sommer“ im KHM Wien wäre so ein Kandidat, auf dem sich das Porträt aus Obst und Getreide zusammensetzt.

Vielleicht mögt ihr auch ein eigenes Museums-Tagebuch anlegen und eure Besuche festhalten, Bilder abzeichnen, Dialoge für die Personen in einem Bild erfinden, ….       

Fehler Nummer 2: Du willst deinem Kind das ganze Museum auf einmal zeigen

Zugegeben, das ist eine Falle, in die ich selbst gerne tappe, vor allem, wenn ich wo auf Urlaub bin und ein Museum ansehen mag. Nach dem Motto: wenn ich schon mal da bin, dann will ich auch gleich alles sehen!

Ich habe einmal gelesen, wenn man im Louvre in Paris vor jedem Exponat nur 3 Sekunden verbringen würde, wäre man 3 Monate unterwegs – keine Ahnung, ob das stimmt, aber es verdeutlicht die Unmöglichkeit ein Museum komplett zu besichtigen!

Deshalb: überlege schon vorher, welche Abteilung/Kunstwerke ihr sehen wollt und in welcher Reihenfolge. Sprich, was muss unbedingt dabei sein, was könnte man auch beim nächsten Mal „machen“.

Und - plane von vornherein ausreichend Pausen ein, die die Aufmerksamkeitsspanne deines Kindes berücksichtigen!

Oft findet man im Stiegenhaus eine Sitzbank, auf der sich bei einem „Museums-Mandarinchen“ neue Kraft tanken lässt oder schaut, was das Museums-Cafe zu bieten hat …

Fehler Nummer 3: Du willst, dass das Kind etwas über Kunst lernt

Mach dir klar, dass du mit dem Museumsbesuch keinen Bildungsauftrag zu erfüllen hast. Es geht um eine gemeinsame gut verbrachte Zeit – was du möchtest ist, gute Erinnerungen schaffen. Im besten Fall auch gute Erinnerungen an Museum, Kunst und Kultur, aber noch viel mehr an euer feines Erlebnis.

„Nutze die Wege“

So hat es unsere Museumspädagogin bezeichnet, womit wir aufs erste nichts anfangen konnten, mit ein paar Beispielen war es aber sonnenklar. So hat sie uns von Kindergartenpädagoginnen erzählt, die bereits mit 3-4jährigen Kindern das Museum besuchen – für die ist bereits der Weg INS Museum, die imposanten Treppe beim Eingang oder der riesige Park mit den seltsam gestutzten Sträuchern davor beeindruckender als die Bilder, die man dann drinnen anschaut. Auch ok!
Oder wenn es einen langen Gang gibt, der zwar zum Laufen sowas von einladen würde, aber das ist im Museum nicht so gern gesehen, dann fragt sie (je nach Alter der Kindergruppe), ob sie sich vorstellen können, wie man mit den riesigen Kleidern und Reifröcken früher gegangen ist und das probieren wir jetzt gleich alle hier aus! Bei den älteren kommt der Vergleich mit einem Laufsteg zum Einsatz 😊

Fehler Nummer 4: Du versuchst die kindliche Wahrnehmung zu schulen "Was siehst du auf diesem Bild?"

Das ist eine Frage, die ein Kind so kaum beantworten kann, und vermutlich auch viele Erwachsene nur bedingt. In unserer heutigen Welt, in der wir an bewegte Bilder gewöhnt sind, wird unserem Auge schnell „langweilig“ – ich finde es immer wieder faszinierend, was Kunsthistoriker mit ihren geschulten Augen in einem Bild entdecken.

Kennst du die FB-Seite vom Belvedere Museum? Hier werden regelmäßig Videos gepostet, in denen die dortigen KunstvermittlerInnen Bilder beschreiben und erklären – ganz großartig, dazu braucht es aber viel Expertise und Erfahrung und das kann unser Kind aber sicher nicht leisten!

Aber mit den folgenden Ideen und Fragen schulst du den intensiven Blick auf Bilder und Kunstwerke ganz spielerisch:

  • „Was fehlt hier?“ – gut geeignet, wenn das Exponat etwas zeigt, das auch dem Kind in seiner Lebenswelt bekannt ist, zum Beispiel ein Porträt einer Familie in deren damaligen Wohnraum
  • „Kannst du etwas hören in diesem Bild? Glaubst du, ist es dort kalt oder heißt“ – beziehe deine Frage auf andere Sinne als nur den Sehsinn
  • „Kannst du dich auch so hinstellen wie die Figur hier/die Dame im Bild“ – sehr witzig, wenn zwei oder mehrere Personen dargestellt sind, oft ist auch die Haltung der Personen auf dem Bild nicht wirklich möglich (gerade wenn es sich um moderne Kunst handelt!)
  • „Wie würdest du das Bild nennen?“ – kreativ sein beim Titel erfinden
  • „Chinesischer Korb“ – das ist eine museumspädagogische Methode, bei der sich in einem Korb einige Gegenstände befinden, zu denen man dann assoziativ Verbindungen zu den Exponaten sucht. In unserer Fortbildung hat die Leiterin einfach zu Beginn gebeten, jede von uns möge einen Gegenstand aus ihrer Handtasche in den Korb legen. Im einem Ausstellungsraum hat dann jede Teilnehmerin einen Gegenstand aus dem Korb genommen und sich ein Bild dazu gesucht, das damit etwas zu tun hat. So wäre das Handy mit Sicherheit auf diesem hübschen Tisch versehentlich liegen gelassen worden, das Muster einer Brillenfassung fand sich wieder im Kleid einer porträtierten Dame … hier eine Beschreibung, wie diese Methode mit Schulkindern in einem Museum umgesetzt wurde und wie spannend die Kinder hier „um die Ecke gedacht“ haben!

Fehler Nummer 5: du willst dein Kind für etwas begeistern, das dich selbst nicht begeistert!

Um jemand anderen zu begeistern, muss man selbst begeistert sein!

Wenn du nun mit Kunst oder vielleicht auch nur mit bestimmten Kunstrichtungen nichts anfangen kannst, dann quäl dich nicht mit pflichtschuldigen Museumsbesuchen, sondern erkundige dich lieber, ob es dort Kinderführungen gibt.

In vielen Museen gibt es fantastische Kunstvermittlungsangebote für verschiedene Altersgruppen, oft verbunden mit anschließendem kreativen gestalten. Und geh dort gerne selbst mit, du wirst sehen, die meisten Kinderführungen sind auch für Erwachsene super interessant 😊

Und wenn es dir als Erwachsene gelingt zu sehen, was dein Kind sieht und was es interessiert, kannst du das Thema aufgreifen und vielleicht sogar vertiefen.

Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen, schreib mir gerne in die Kommentare, wie es dir bei deinen Museumsbesuchen mit Kinder gegangen ist und welche Tipps du uns geben kannst!

Buchempfehlungen:

Kunst-Mitmachbuch

Alles Kunst! Kinder entdecken Meisterwerke

Kunst – ein Entdeckerbuch für Kinder

13 Kunststile, die du kennen solltest

Mit Kindern ins Theater - und ein Blick hinter die Kulissen eines Kindertheater

Es ist November 2020 - momentan ist ja leider in Sachen Kultur nicht so viel möglich, doch sollten wir uns nicht entmutigen lassen und lieber schon ein wenig in Vorfreude schwelgen, was wir bald wieder alles mit unseren Kids unternehmen können.

Theater ist so eine Sache – nimmt man sich oft vor, hat dann vielleicht doch keine Zeit, um sich Karten zu besorgen. Oder keinen Babysitter, auf dass man sich einmal einen freien Abend unter Erwachsenen gönnen könnte.

Anna vom Theater HeuschreckAlso aus der Not eine Tugend machen und wenigstens in der Fantasie ab ins Kindertheater.
Ich habe ein wenig mit Anna HNILICKA geplaudert, die nicht nur 1985 das Theater Heuschreck für Klein & Gross gegründet hat, sondern seit damals auch der kreative Kopf dahinter ist. Sie ist nicht nur die Autorin aller Stücke und Bücher, sondern spielt auch ein bis zwei Rollen in jedem der Musicals.
Auf dem Foto ist Anna zusammen mit Elisabeth zu sehen, der Illustratorin der Kinderbücher.

Vera: Hallo, Anna – was war eigentlich deine Motivation ein Theater für Kinder zu gründen?

Anna: Hallo, Vera, schön mit dir heute zu plaudern ;-)
Das war eine spontane Idee, die mit ein paar Schauspielerkolleg*innen entstanden ist – aber eigentlich ganz einfach: ein eigenes Theater verbindet meine zwei großen Leidenschaften, einerseits die künstlerische Kreativität und andererseits die Kinder, deren Persönlichkeiten ich bewundere und sie unterstützen möchte, ihren eigenen Weg zu finden und zu gehen. Ich freue mich ihnen mit unseren Stücken einen Weg zeigen zu können, sich selbst zu entfalten und gleichzeitig auf das eigene Herz zu hören.

Vera: Was sollten Eltern bedenken, wenn sie ein Theaterstück für einen Besuch aussuchen?
Anna: Alle HEUSCHRECK-Theaterstücke sind bunt und liebevoll aufbereitet. Die Farbenpracht der Kostüme, die Musik, und vor allem die wunderbaren Darsteller*innen sprechen die Gefühle an und machen jede HEUSCHRECK-Vorstellung zum Erlebnis für Kinder aller Altersstufen. Größere Kinder nehmen natürlich die Inhalte und Botschaften der Stücke nochmal bewusster wahr.

Vera: Muss man Kinder auf einen Theaterbesuch vorbereiten und wenn ja, wie macht man das am besten? Soll man spezielle Verhaltensregeln vorgeben?
Anna: Wir haben tatsächlich einmal einen kleinen Leitfaden zum Thema „Mein allererster Theaterbesuch“ erarbeitet. Da geht es hauptsächlich darum, dem Kind vorweg ein paar Theatergeheimnisse zu verraten, z.B. dass es zu Beginn der Aufführung finster wird im Saal und das bedeutet: jetzt geht es los. Einfach ein paar Tools, um mögliche Ängste zu vermeiden. Wenn die Kleinen klatschen, lachen, schreien - so ist das für uns Theatermenschen das schönste Kompliment. Hier gibt es im HEUSCHRECK Theater keine Verhaltensregeln.

Vera: Soll man lieber ein Kindertheater besuchen oder kann man mit ihnen auch in ein „normales“ Theater gehen? Was unterscheidet ein Theaterstück für Kinder von einem für Erwachsene?
Anna: Kinder haben ein Recht auf ihre eigene Kultur. Im Kindertheater werden altersrelevante Themen und Fragen kreativ von erwachsenen Künstlern umgesetzt. Kinder sind noch sehr nahe dran an ihren Gefühlen, am Herzen. Das heißt, sie sind noch so offen und empfänglich für alles und in diese vertrauensvollen, offenen Kinderherzen wollen wir schöne, lichtvolle Dinge einpflanzen. Das sehen wir im HEUSCHRECK Theater als unsere wunderbare Aufgabe.

Vera: Ihr habt ja über 30 Jahre Erfahrung - was war das schönste/spannendste Erlebnis mit eurem Publikum?
Anna: Jede Vorstellung, die man für Kinder spielen darf, ist ein Fest. Und das hat sich in den vielen HEUSCHRECK – Jahren nicht geändert. Wir sind echte Glückspilze!

Vera: Woher nehmt ihr die Ideen für neue Stücke?
Anna: Seit vielen Jahren schon schreiben wir unsere Stücke selbst. Das heißt, ich schreibe zuerst eine Stückvorlage, wobei die Inspiration dazu auch ganz unterschiedlichen Ecken kommen kann. Mit Ecken meine ich hauptsächlich meine eigenen inneren Welten. Das Kind in mir gibt Bescheid, wenn eine Idee es wert ist, daraus ein ganzes Theaterstück entstehen zu lassen. Gemeinsam mit den Schauspieler*innen und allen an einer Theaterproduktion Beteiligten erhält das Stück schließlich im Probenprozess seine endgültige Form.

Vera: Ihr spielt ja auch in Kindergärten und Schulen, wie genau läuft das ab?
Anna: Also wir bespielen hauptsächlich Bühnen in größeren Häusern und die Kinder aus den Kindergärten und Volksschulen besuchen uns dann dort. Das ist meist am Vormittag unter der Woche, in Wien und den Bundesländern. Zu diesen Vorstellungen können sich die PädagogInnen einfach mit ihren Gruppen anmelden. Am Wochenende gibt es in Wien Nachmittagsvorstellungen, seit vielen Jahren ist das Porgy & Bess in der Riemergasse unser Theater-Zuhause. Selbstverständlich gibt es auch die Möglichkeit, eine ganze HEUSCHRECK-Aufführung zu buchen.

Vera: Ab welchem Alter kann man eigentlich mit Kindern ins Theater gehen?
Anna: HEUSCHRECK Theater für Klein & Groß ist kunterbunter Kulturgenuss für alle. Bereits ab 2 ½ Jahren kann man unsere Aufführungen mit viel Musik besuchen und Riesenspaß dran haben. Jüngere Geschwisterchen dürfen natürlich dabei sein und Theateratmosphäre schnuppern.
Da heuer die Theatertüren über viele Wochen immer wieder geschlossen werden mussten, haben wir nun eine wunderbare HÖRSPIEL-CD zu unserem beliebten Weihnachtsmusical VON ENGERLN UND BENGERLN rausgebracht. Auf der Hörspiel-CD wirken alle Darsteller aus dem Musical mit.
Die CD kann man ab sofort bei uns im HEUSCHRECK Shop www.heuschreck.at bestellen. So zaubern wir fröhliche Vor-Weihnachtsstimmung in die Herzen. Ich glaube, so eine EngerlBengerl–Hörspiel CD wirst du auch heute verlosen, Vera.

CD VON ENGERLN und BENGERLNJa, genau hier kommt deine Gewinnchance!


Wenn du die CD gewinnen möchtest, dann schreib einfach ganz kurz in die Kommentare, was dir daran besonders gefallen würde oder warum gerade du sie gewinnen möchtest. (Die Kommentare werden von mir händisch freigeschalten, deshalb kann es etwas dauern, bis sie sichtbar sind, falls ich gerade nicht online bin!)

Die Verlosung läuft bis Mittwoch, 23.11.2020 um Mitternacht, die Gewinnerin wird dann am folgenden Tag verständigt.

Ich wünsche dir viel Glück und zauberhaften Hörspaß mit den Siebenschläfern!

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Mama-Coach Vera Rosenauer

Vera Rosenauer

Mama-Coach mit Herz, Hirn, Humor und langjähriger Erfahrung, Mama von zwei großartigen Töchtern, passionierte Langschläferin, Besitzerin (und Leserin!) mehrerer Kubikmeter Fachliteratur

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