Was Kinder aus Strafen lernen

Ein großer Windelhersteller hat vor gar nicht allzu langer Zeit auf seiner Website einen Artikel veröffentlicht, in dem Auszeiten als geeignete Strafe für Kleinkinder dargestellt werden.

Ich finde das absolut haarsträubend!

Strafen - welcher Art auch immer - sind nie und nimmer ein geeignetes Erziehungsmittel. Warum ich das so sehe, erkläre ich im Video (auf das Bild klicken, dann erfolgt die Weiterleitung auf Youtube)

Strafe Kindererziehung Thumbnail

Für alle, die lieber lesen als Videos zu schauen, hier die schriftliche Variante 

Warum ist Strafe aber jetzt so ungeeignet zur Erziehung?

Überlegen wir zuerst - was braucht es denn, damit Strafe funktioniert?

Eine hierarchische Eltern-Kind-Beziehung.

Das heißt im Klartext mächtige Eltern und Kinder, die nichts zu sagen haben. Die Eltern stehen oben und sind verfügen über die Macht, das Kind ist unten in der Hierarchie und machtlos.

Die Mächtigen haben irgendetwas in der Hand, dass sie dem Kind entweder wegnehmen (etwas Angenehmes) oder zufügen (etwas Unangenehmes) können.

Das kann das Fernsehverbot sein, der Entzug von Süßigkeiten oder auch das Verbot zur Party des Freundes zu gehen.

Natürlich, kurzfristig wirst du mit dem Androhen oder auch dem Durchziehen einer solchen Strafe vielleicht einen schnellen Erfolg erzielen! Erfolg bedeutet in dem Fall, du hast dich durchgesetzt.

Aber – und dieses ABER ist hier sehr wichtig:

Eltern, die sich auf Strafe als Erziehungsmethode verlassen, erleben oft ihr blaues Wunder. Spätestens dann, wenn die Kinder in die Pubertät kommen. Einem Dreijährigen kann man ja noch recht locker mit „Nein, du darfst jetzt nicht auf meinen Handy schauen“ unter Druck setzen, einem Vierzehnjährigem nicht mehr!

Das sind dann die Eltern, die klagen: „Mein Gott, früher war er so ein braves Kind! Aber jetzt …“

Ihre einzige Erziehungsmethode hat an Wirkung verloren und Alternative kennen sie keine.

Diesen Eltern gehen ganz einfach die Mittel aus - man müsste immer härtere Strafen einsetzen und das will man dann doch nicht mehr. Plötzlich sind die Eltern die „Machtlosen“ in der Hierarchie.

Die Menschen in der Familie sind in einem solchen System also nicht gleichwertig in der Beziehung und ich denke, das wollen heute viele nicht mehr. Bei meinen treuen Blogleserinnen gehe ich da sogar mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus!

Nun möchte ich aber niemandem, der Strafen einsetzt, ganz grundsätzlich Böses unterstellen. Viele kennen einfach nichts anderes, weil sie selbst in ihrer Kindheit Strafe von ihren Eltern als Erziehungsmethode erlebt haben.

Im Stress greift man auf Dinge zurück, die man eigentlich nie machen wollte, aber aus Mangel an Alternativen dann doch tut. Und dann rutscht einem plötzlich doch ein „Wenn du jetzt nicht, dann …!“ über die Lippen.

Ich gehe davon aus, dass Eltern immer eine gute Absicht haben und ihren Kindern beibringen wollen, dass ein bestimmtes Verhalten in einer bestimmten Situation nicht angemessen war.

Aber ist Strafe dafür eine geeignete Methode? Erzeugt Strafe Einsicht?

Werfen wir doch mal einen Blick in die eigene Biografie: Wahrscheinlich hat jeder von uns irgendwann das System Strafe selbst erlebt hat.

Sei es der Hausarrest als Kind, die Strafarbeit in der Schule oder der Strafzettel fürs Zu-Schnell-Fahren als Erwachsener, …

Hast du bei einer dieser Gelegenheit gedacht „Ja, stimmt, das war jetzt nicht richtig, das mach ich beim nächsten Mal anders. Meine Eltern haben recht, der Polizist, der Lehrer hat recht … gut, dass die mich jetzt darauf aufmerksam gemacht haben.“?

Und selbst wenn du das so gedacht hast, hast du es auch tatsächlich durchgeführt?

Mal ehrlich: was tust du, wenn du beim Autofahren neben der Straße eine Radarbox siehst? Wahrscheinlich steigst du auf die Bremse, oder?

Weil du dir bewusst bist, dass du zu schnell unterwegs bist. Warum fährst du eigentlich zu schnell, wenn du doch die gesetzlichen Bestimmungen kennst und weißt, dass bei deren Überschreitung eine Strafe droht?

Diese Fragen stelle ich gerne in meinen Live-Workshops 😊 die Antworten sprechen für sich.

Was mich zur Überzeugung bringt: weder die Kenntnis einer Vorschrift noch das Wissen um eine mögliche Strafe können Fehlverhalten verhindern!

Fast alle Autofahrerinnen wissen „gute Gründe“ vorzubringen, warum sie sich nicht an die eigentlich bekannten Regeln halten.

  • „Da wird ja eh nie kontrolliert!“
  • „Ich hatte es eilig und das war wichtig!“
  • „Die Straße verträgt doch locker 20kmh mehr!“

Ebenso wenig glaube ich, dass man mit Strafe Einsicht in die Sinnhaftigkeit einer aufgestellten Regelung erzeugen kann!

Was passiert denn, wenn wir wissen, dass Strafe droht?

Wir versuchen unsere Spuren zu verwischen, die Taten zu vertuschen – genau so geht es unseren Kindern, sie lernen durch Strafe vor allem folgendes:

  • Zu lügen
  • Zu betrügen
  • Dinge zu verheimlichen
  • Jemand anderen zu beschuldigen
  • Angst vor der Entdeckung zu haben
  • Rache nehmen wollen, weil sie bestraft wurden

Ich glaube nicht, dass Eltern diese Dinge ihren Kindern beibringen wollen, aber genau das tun sie, wenn sie Strafe einsetzen!

Strafe mag vielleicht kurzfristig „funktionieren“, wenn Kinder aus Angst davor das tun, was die Eltern wollen, aber langfristig kommt immer ein negativer Lerneffekt heraus.

Spannenderweise gilt das gleiche für Belohnungen – das System ist dasselbe und somit ist der Einsatz von Belohnung als alleinige Erziehungsmethode langfristig keine gute Idee!

In vielen meiner Blogartikel findest du Alternativen für Alltagssituationen durch die du ohne Belohnung und Strafe besser kommst, und Anregungen, wie du Erziehung auf Augenhöhe leben kannst.

Wenn du raus aus dem System einer hierarchischen Erziehung kommen willst, dann lege ich dir auch folgende Online-Kurse ans Herz:

Fehlverhalten - was Kinder uns damit sagen wollen

Grenzen setzen - und trotzdem bedürfnisorientiert erziehen

Alles, was du über Stoffwindeln wissen musst

Meine eigenen Kinder sind ja schon länger aus dem Windelalter herausgewachsen. Stoffwindeln kannte ich eigentlich nur aus den Erzählungen von meiner Mutter und meiner Oma und ich hatte vor allem das „Windeln auskochen“ im Hinterkopf, wenn ich an Stoffwindeln denke.

Tatsächlich kann ich aber nicht leugnen, einen immensen Müllberg mit der Verwendung von Einmalwindeln produziert zu haben – deshalb habe ich sehr gerne ein Interview mit Rebecca vom Projekt www.deine-stoffwindel.com gemacht. Sie hat mir ausführlich alle meine Fragen beantwortet. Vielleicht ist ja auch die eine oder andere dabei, die du dir selbst auch schon mal gestellt hast und vielleicht bekommst du genau dadurch die Motivation auf diese doch viel nachhaltigere Variante umzusteigen.

Interview mit Stoffwindelberaterin Rebecca Ziehe

Wie kann man sich das Wickeln mit Stoffwindeln vorstellen, wenn man noch überhaupt keine Ahnung davon hat?

„Die Bilder von riesigen Windelpaketen und dem Auskochen von Windeln, die viele beim Thema Stoffwindeln noch im Kopf haben sind völlig überholt. Moderne Stoffwindeln unterscheiden sich in der Handhabung kaum von Wegwerfwindeln. Windel öffnen, Baby drauf platzieren und Windel schließen – fertig. Der einzige wesentliche Unterschied besteht darin, dass man die Stoffwindel nach dem Windelwechseln nicht in den Müll, sondern in den Windeleimer und später in die Waschmaschine wirft. So einfach geht Nachhaltigkeit. Falls Du eine detaillierte Anleitung haben möchtest, wie Stoffwindeln funktionieren, empfehlen wir dir diesen Artikel: Stoffwindeln

Muss man Stoffwindeln eigentlich öfter wechseln als Einwegwindeln?

„Wie oft man die Stoffwindel beim Kind wechseln muss, hängt ebenso wie bei der Wegwerfwindel natürlich vorrangig davon ab, wie viel das Kind trinkt und ausscheidet. Bei der Stoffwindel ist dann auch noch die Menge an Saugmaterial relevant dafür, wieviel Flüssigkeit die Windel tatsächlich aufnehmen kann. Empfohlen wird alle 2 bis 4 Stunden zu wickeln. Das Wickelintervall kann aber mit dem passenden System auch problemlos für 12 Stunden ausgelegt werden, also für das Wickeln in der Nacht.“

Mit welchen Kosten muss ich bei der Anschaffung rechnen? Brauche ich da auch unterschiedliche Größen, wenn das Kind älter wird?

„Die Kosten für die Ausstattung mit Stoffwindeln liegen je nachdem für welches Stoffwindelsystem und welchen Hersteller man sich entscheidet zwischen 300 bis 800 €. Da Stoffwindeln mitwachsend sind kommt man mit den einmal angeschafften Stoffwindeln über die gesamte Wickelzeit bis zum Trockenwerden. Hierbei ist zu beachten, dass die mitwachsenden Stoffwindeln, gleichwohl der Angabe, dass sie ab 3,5 kg passen, für Neugeborene in den ersten Wochen noch zu groß sind. Wenn man also ab Geburt mit Stoffwindeln wickeln will sollte man, bis die mitwachsenden Stoffwindeln gut passen – meist ab circa 4,5 kg mit circa 6-8 Lebenswochen – ein paar Stoffwindeln in Newborngröße anschaffen. Um die Kosten hier gering zu halten, kann man diese Newborn Stoffwindeln für den Wickelstart auch sehr gut in Form von Mietpaketen bei Stoffwindelberaterinnen für die ersten Wochen mieten.“

Stoffwindelübersicht - unterschiedliche Arten von Stoffwindeln

Wie (zeit)aufwendig ist das Waschen? Machen die Windeln nicht enorm viel Wäsche – und wie bewahre ich „volle“ Windeln auf, bis genug für eine volle Waschmaschine gesammelt sind?

„Stoffwindeln werden mit einer handelsüblichen Waschmaschine mit einem 60°C Koch-/Buntwäscheprogramm gewaschen. Im Durchschnitt fällt alle 2-3 Tage eine Maschine mit Stoffwindelwäsche an. In diesen Waschgang können neben den Stoffwindeln auch weitere Sachen wie z.B. kleine Handtücher oder Bodys mitgewaschen werden. Ebenso wie für jede andere Wäsche fällt auch bei der Windelwäsche etwas Zeit für das Wäscheaufhängen und -abnehmen an. In einem Haushalt mit einem oder sogar mehreren Kindern hält sich der zusätzliche Aufwand für das Waschen der Stoffwindeln also in Grenzen, da hier die Waschmaschine sowieso gefühlt rund um die Uhr läuft.
Gelagert werden die schmutzigen Stoffwindeln bis zum nächsten Waschgang in einem Wetbag (Nasstasche) oder Windeleimer. Die Lagerung nimmt also nicht mehr Platz ein als der Windelmülleimer für Wegwerfwindeln. Weitere Infos findest du im Artikel Stoffwindeln Waschen.

Wie viel Platz brauche ich für die Lagerung?

„Der Platzbedarf ist davon abhängig, für welches System man sich entscheidet und ob man eher dazu neigt mehr Stoffwindeln anzuschaffen als man tatsächlich mengenmäßig für 2-3 Tage bis zum nächsten Waschen benötigt. Am platzsparendsten ist sicher ein zweiteiliges System bestehend aus Überhosen und Saugmaterial. Neben der Möglichkeit diese in den Schubladen des Wickeltisches oder in einem Regal neben dem Wickelplatz zu lagern, kann man diese z.B. auch in zwei kleinen Körben auf dem Wickeltisch lagern, einen für die Überhosen und einen für das Saugmaterial. Schlussendlich nimmt die Lagerung der Stoffwindeln nicht wesentlich mehr Platz ein als 1-2 Pakete Wegwerfwindeln.“

Funktionieren Stoffwindeln auch nachts gut? Oder auch unterwegs – oder wenn das Kind einmal bei der Oma ist, die damit nichts anfangen kann?

„Da sich die Saugstärke einer Stoffwindel an das individuelle Bedürfnis und das Wickelintervall anpassen lässt, können Stoffwindeln problemlos für lange Wickelintervalle, wie z.B. in der Nacht, zum Einsatz kommen. Für nachts ist die Höschenwindel mit (Woll-)Schlupfüberhose das saugstärkste System.
Natürlich funktionieren Stoffwindeln auch unterwegs. Ebenso wie bei der Wegwerfwindel muss man eine weitere frische Stoffwindel dabeihaben und kann dann ganz einfach beim Windelwechsel die schmutzige Windel in die mitgebrachte Wetbag packen. Ein Vorteil von Stoffwindeln ist, dass hier die lästige Suche nach einem Mülleimer für den Windelmüll entfällt, denn man nimmt diese in der Wetbag einfach wieder mit nach Hause.
Für die Fremdbetreuung durch z.B. die Oma kann man auf ein einteiliges Stoffwindelsystem zurückgreifen, welches im Aufbau und der Handhabung der Wegwerfwindel entspricht. Dann ist das Wickeln mit Stoffwindeln einmal erklärt auch für diesen Personenkreis unkompliziert.“

Haben Stoffwindeln auch einen Effekt aufs „Sauber-werden“?

„Stoffwindeln verfügen über keinen Superabsorber, so dass sich mit der Zeit ein Nässegefühl einstellt. Dieses Nässegefühl gibt den Kindern ein direktes Feedback, darüber, dass sie gerade in die Windel gemacht haben. Somit nehmen Kinder, die mit Stoffwindeln gewickelt werden, ihr Ausscheidungsverhalten wahr und können es kommunizieren, was das Trockenwerden werden begünstigen kann.“


Zahlt es sich aus auch noch mit einem bereits älterem Baby auf Stoffwindeln umzusteigen?

„Es ist nie zu spät auf Stoffwindeln umzusteigen, denn jede nicht genutzte Wegwerfwindel zählt. Wenn dein Baby bisher mit Wegwerfwindeln gewickelt wurde, kann es allerdings sein, dass es anfangs etwas Probleme mit dem Nässegefühl in der Windel hat. Um ihm Abhilfe zu schaffen verkürze anfänglich einfach die Zeit zwischen dem Windelwechseln oder nutze ein Trockenfleece.“

Porträt Rebecca Ziehe Stoffwindelberatung
Dieses Interview ist entstanden in Zusammenarbeit mit Rebecca Ziehe, selbstständig mit der Stoffwindelberatung „oliFUNt“ und freie Mitarbeiterin  im Projekt www.deine-stoffwindel.com. Dieser Blog beinhaltet viele fundierte Informationen und Tipps rund um das Thema Stoffwindeln, nachhaltige Babypflege und alternative Monatshygiene. Er setzt sich in Deutschland für die Durchsetzung eines Windelzuschusses ein, wie es ihn in Österreich in vielen Bundesländern bereits gibt.

Bildrechte: ©Deine-Stoffwindel.com

Was die Wohnung kindersicher machen mit Erziehung zu tun hat

Bestimmt kennst du die Listen mit Tipps wie du deine Wohnung kindersicher machen kannst. Und auch die Industrie ist fleißig, dabei immer neue Ideen an Kindersicherheitsartikeln auf den Markt zu bringen,

Wenn du mal durch die entsprechende Abteilung beim großen Schweden gehst, hast du den Eindruck du müsstest am besten deine Wohnung ganz in Watte und Sicherheitssperren packen.

Was aber soll eine kindersichere Wohnung bei der Erziehung helfen?

Natürlich ist es sehr sinnvoll, dein Kind vor Gefahren zu schützen. Schließlich passieren die meisten Unfälle von Babys und Kleinkindern zu Hause!

Deine Wohnung aus Kindersicht: Aus dem Baby wird ein Kleinkind - es lernt krabbeln, sich an Gegenständen hochziehen und dann später frei durch die Wohnung marschieren. Es ist auf einer Entdeckungsreise – alles ist interessant.

Auf die Idee, dass hier irgendetwas gefährlich sein oder kaputtgehen könnte, kommt ein Kleinkind nicht!

Wenn also ein Eineinhalbijähriger eine wertvolle Vase in die Hände bekommt und sie dann vielleicht fallen lässt, ist nicht er daran schuld, weil er so ein schlimmes Kind ist. Sondern die Erwachsenen, die die Gefahr nicht vorhergesehen haben und die Vase nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht haben.

Eine gute Checkliste an Kindersicherheitstipps findest du hier – was davon genau bei dir zu Hause wirklich notwendig und sinnvoll ist, kann ich dir so pauschal nicht sagen. Am besten begibst du dich mal auf die Knie und durchquerst deine Wohnung krabbelnd, dann fallen dir die potentiellen Gefahren verlässlich ins Auge!

Alles Zerbrechliche und Wertvolle, das nicht in Kinderhände gelangen soll, wandert erst mal in die höheren Etagen der Regale (mit etwa zweieinhalb Jahren entdecken dann die meisten Kinder, dass man Sessel hinschieben und raufklettern kann – dann müssen neue Ideen her! Aber dann ist die Entwicklungsphase ja auch schon eine andere :-)

Alles potentiell Giftige wie Medikamente, Pflanzen und Putzmittel kommt hinter verschlossene Türen oder – noch besser – wird entsorgt. Eine gute Gelegenheit um auf umweltfreundliche Putzmittel umzusteigen und der Weihnachtsstern muss leider ein paar Jahre warten, bis er wieder in die Wohnung darf.

Aber du wirst merken: In jeder Wohnung gibt es das eine oder andere, das sich nicht sichern lässt!

Und diese eine Gefahrenzone kannst bzw. musst du deinem Kind langsam, aber sicher begreiflich machen – selbstverständlich unter erhöhter elterlicher Aufmerksamkeit!

Im Kleinkindalter können Kinder ein, maximal zwei „NEIN“-Zonen in der Wohnung akzeptieren.

Bei uns war das zum Beispiel die Küche: da gibt es ja diese tollen Absperrgitter, aber wir haben eine offene Wohnküche und selbst, wenn wir gewollt hätten, wäre es baulich nicht möglich gewesen, ein Gitter zu montieren und die Kinder damit aus der Küche auszusperren …

Kinder kennen die Gefahren noch nicht - also bring ihnen einen guten Umgang damit bei!

 „Messer, Gabel, Schere, Licht – sind für kleine Kinder nichts?“

Hast du das früher auch mal gehört? Ich schon – ich habs aber immer blöd gefunden und abgeschreckt hat es mich auch nicht …

Angst vor Höhe, Hitze oder spitzen Gegenständen ist den Kindern fremd, sie lernen sie erst durch Erfahrung. Nicht dadurch, dass wir sie vor der Gefahr warnen!

Sondern indem wir ihnen Vorbild und Lehrmeister sind, vorsichtig mit möglichen Gefahren umzugehen.

Um deinem Kind zu zeigen, was heiß bedeutet, kannst du es etwas fühlen lassen, das deutlich unangenehm warm, aber nicht so heiß ist, dass es Brandwunden verursacht. Das wird auch je nach Alter, Interesse und Vorhandensein von heißen Gefahrenquellen etwas Anderes sein.

Kerzen haben auf Kinder eine ungeheure Anziehungskraft. Einmal unter Aufsicht sich intensiv mit einem Teelicht beschäftigt, vorsichtig mit dem Finger nahe an die Flamme gegangen – das kann (nicht muss!!!) das zukünftige Interesse stark mindern, schließlich kennt man‘s ja schon.

Nicht absicherbare Treppen in der Wohnung? Dann heißt das Mantra „Füsse zuerst!“

Genauso, wenn es von der Couch nach unten geht – auf den Bauch legen und mit den Füssen zuerst langsam hinuntergleiten.

Bestimmt fallen dir noch viele Beispiele ein, wie du deine Wohnung kindersicher gemacht hast oder dein Kind vorsichtig an mögliche Gefahrenquellen herangeführt hast – ich freue mich auf deine Erfahrungen in den Kommentaren!

Was genau hat „die-Wohnung-kindersicher-machen“ aber jetzt mit selbstwertstärkender Erziehung zu tun?

Stell dir vor, du sitzt auf der Couch in einem Wohnzimmer mit einer weißen Couch, die teuren Weingläser sind hübsch dekoriert auf dem kniehohen Wandregal, das leicht wackelig ist. Die Kabel der Fernseh- und Computerausstattung liegen frei entlang der Sesselleisten zwischen Steckdosen, Wandverbau und Schreibtisch. Vor letzterem steht ein Sessel mit Rollen.

In diesem Zimmer macht sich nun dein Kleinkind auf den Weg seine Welt zu entdecken - wie entspannt wirst du sein? Wie gelassen dein Kind bei seiner Entdeckungsreise beobachten?

Vor dem inneren Auge erfahrener Eltern entstehen jetzt sofort Bilder wie

  • Die beschmierte Couch
  • Zerbrochene Weingläser und potentielle Schnittwunden
  • Das umgefallene Regal
  • Der eingezwickte Finger unter der Schreibtischsesselrolle

Angesichts all dieser inneren Bilder und äußerer Gefahren wirst du hinter angespannt hinter deinem Kleinkind her sein und ihm ständig sagen, dass es da jetzt nicht dran darf. Eine unglaubliche Menge an NEIN’s, die du da von dir gibst.

Die du dir bei entsprechender Umweltgestaltung aber auch sparen könntest!

Zu viele NEIN’s beim Erforschen seiner (in dem Alter noch recht kleinen) Welt pflanzen im Kind auch das Gefühl „Diese Welt muss ja ein unglaublich gefährlicher Ort sein!“ und im schlimmsten Fall blockiert das seine Neugier und Entdeckungsfreude. Es fühlt sich schwach und resigniert – und ich denke, das ist genau das, was wir alle vermeiden möchten.

Ja, gut – aber wie sieht das denn aus, wenn wir rausgehen?

Das ist in der Tat ungleich schwieriger, vor allem, wenn es darum geht, Räume in der Öffentlichkeit zu verändern. Das geht am ehesten mit Engagement in der Nachbarschaft oder auf kommunaler Ebene.

Aber - du kannst noch immer entscheiden, wo und wann du hingehst. Bei manchem kannst du sogar entscheiden, OB du überhaupt mit den Kindern hingehen magst.

Freunde besuchen, die keine Kinder haben, aber dafür eine schicke Wohnung? Da ist vielleicht die bessere Idee, sie zu dir nach Hause ein zu laden.

Wenn du dich für einen Kindergarten entscheidest, bezieh nicht nur dessen pädagogisches Konzept in deine Überlegungen mit ein, sondern auch, wie du den Weg dahin tagtäglich bewältigen wirst. Lange Wege zu Fuß können mit Kleinkindern unheimlich anstrengend werden. Kinderfahrzeuge wie Drei- oder Laufrad vertragen sich nicht gut mit vielbefahrenen Straßen, die überquert werden sollen. Lange Parkplatzsuche mit hungrigem Kleinkind im Kindersitz – kein erquickendes tägliches Programm, oder?

„Mama, gehen wir auf den Spielplatz?“ Wenn du so wie ich eher eine ängstliche Mama bist und nicht so gerne zuschaust, wie die Kids auf den tollen Klettergerüsten herumturnen, lass besser den Papa mitgehen. Und mit dir steht der Spielplatz mit Sandkiste und Schaukel auf dem Plan – so kommt jeder auf seine Kosten.

Fazit:

Nein, du brauchst die Wohnung nicht komplett in Watte packen – es macht Sinn, die größten Gefahren ab zu sichern und das Kind kindgerecht und altersadäquat mit den kleineren Gefahren bekannt zu machen.

So stellst du neben der Kindersicherheit auch sicher, dass dein Kind keine unnötigen NEIN’s hört.

Deshalb: Kontrolliere die Umgebung und nicht das Kind!


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3D cover KSM

Vera liest Marie Kondo - wie Ausmisten bei der Erziehung behilflich sein kann

Mich hat Marie Kondo interessiert, weil sie und ihre Methode in den letzten Jahren so gehypt wurden. Es ging mir in erster Linie darum, mal zu schauen, was dahintersteckt und nicht darum, dass ich dringend ausmisten müsste und nicht weiß wie (wir haben eine relativ kleine Wohnung, was den Vorteil hat, dass wir gar nicht allzu viel anhäufen können!) und deshalb habe ich rund um Weihnachen Magic Cleaning* gelesen.

Ich gebe zu, dass in meinem Kopf auch das eine oder andere Vorurteil gegenüber der gefühlt allgegenwärtigen Konmari-Methode war. Aber wenn man sich seiner Vorurteile bewusst ist, kann man sie auch überprüfen …

Ausmisten mit Marie Kondo

Ok, das Büchlein hat sich als recht dünn herausgestellt und es wiederholt sich relativ viel – es könnte also noch dünner sein (ausgemistet werden – haha!). Manches kam mir etwas befremdlich vor, anderes aber sehr gut brauchbar - lies hier mehr darüber, was ich ausprobiert habe!

Was mir an Marie Kondo fremd ist:

  • Das animistische Weltbild – Marie beschreibt, wie sich den Wohnungen vorstellt, in denen sie mit ihren Bewohnern aufräumen wird. Nachlesen auf Wikipedia ergab, dass es im japanischen Shintoismus aber Teil des Glaubens ist, dass auch Dinge beseelt sind. Trotzdem das bleibt mir etwas fremd!
  • ihr Minimum an Büchern – Marie beschreibt, dass alle ihre Bücher nur ein kleines Fach in ihrem Schuhschrank belegen, das wäre absolut nicht meins …

Was mir an der Methode gut gefällt:

Es geht nicht um die ultimative Schönheit der Wohnung

Ziel ist nicht in einer Kulisse für ein Shooting von „Schöner Wohnen“ zu leben, sondern zu entscheiden, was ist mir wichtig und was habe ich nur im allgemeinen Konsumwahn angeschafft, weil uns die allgegenwärtige Werbung ja fast rund um die Uhr einer Art „Gehirnwäsche“ unterzieht. Weil ich neugierig war, habe ich mir auch zwei der Kondo-Folgen auf Netflix angeschaut. Ich hatte erwartet, dass „fürs Fernsehen“ mithilfe der Expertin ausgemistet wird und dann auch gleich ein Innenarchitektenteam die Wohnung verschönt.

Gar nicht, die Personen und Familien erhalten von Kondo nur die Struktur des Ausmistens und einen Zeitplan und der Rest wird alleine durchgeführt. Ich fand es durchaus spannend, welche psychischen Prozesse da auch beschrieben wurden! Fast rührend: das Ehepaar, das sich nach dem Auszug der Kinder nur noch wenig zu sagen hat und dann das Aufräumen als gemeinsames Ziel entdeckt ...

Die Dinge, die dableiben, werden geschätzt, gebraucht und gepflegt

„Does it spark joy?“ – auch so ein Stehsatz aus der Methode, aber sicher sinnvoll. Vielleicht auch in Abwandlungen „Ist das wirklich etwas, das ich auch in den nächsten Jahren in meinem Leben haben will?“

Wenn ich weniger besitze, ist mir mein Besitz gleich viel wertvoller und ich bin dankbarer für das, was da ist. Ein sehr wertschätzender Zugang, der ja letztendlich auch sehr nachhaltig ist – etwas, das in Zukunft immer wichtiger sein wird. So lernen wir das beim Tun gemeinsam mit unseren Kids und sind gleich ein gutes elterliches Vorbild.

Was ist der Zweck eines Dings?

Mir fällt beim Ausmisten der Umgang mit Geschenken sehr schwer. Nicht jedes macht jahrelang Freude, manches offen gesagt nicht einmal kurzfristig – trotzdem ist schon beim Versuch ans Entsorgen, Verkaufen oder Weiterschenken überhaupt nur zu denken das schlechte Gewissen sofort hellwach.

Hier kommt Maries Tipp des Verabschiedens der Dinge ins Spiel. Die Empfehlung lautet, sich bei jedem Ding, das wegkommt, zu bedanken für das, was es Gutes in unser Leben gebracht hat oder für seinen Zweck, den es erfüllt hat.

So war vielleicht der Zweck des Geschenks nur der Augenblick der Überraschung bei der Übergabe! Auf keinen Fall kann der Schenkende wollen, dass wir jahrelang bei jedem Anblick des Geschenks ein schlechtes Gefühl haben.

Die Hose, die wir ungetragen weggeben, hat vielleicht ihren Zweck damit erfüllt, dass wir lernen, nie wieder eine zu enge Hose mit Hinblick auf die nächste Diät kaufen …

Auf gut österreichisch: Frag dich selbst im Namen des Dings „Wo wor mei Leistung?“

Ausmisten, Variante 1 - wie Marie Kondo das Ausmisten und Aufräumen angeht

Phase eins ist das Ausmisten nach Kategorien –Kleidung, Bücher, Papierkram, Krimskrams, Erinnerungsstücke, etc.

Dazu werden zum Beispiel alle Kleidungsstücke aus allen Räumen und Kästen auf einen Berg versammelt, um sich mit der Gesamtheit des Besitzes zu konfrontieren. Ich denke, das kann sehr heilsam und erhellend sein, vielleicht sogar etwas schockierend!

Nach dem Aussortieren bekommen alle verbliebenen Stücke einen festen Platz zugewiesen. Das finde ich sehr sinnvoll: viel Unordnung entsteht, dass man mit einem Ding nicht so recht weiß wohin und dann wird es mal „zwischendurch“ auf eine freie Fläche gelegt. In gar nicht allzu langer Zeit sind dann alle freien Flächen als Zwischenlager benutzt.

Dieses Konzept des fixen Platzes findest du auch in den meisten Kindergärten. Wenn jedes Spielzeug einen festen Platz hat, ist das Aufräumen wenig problematisch, was vielleicht auch erklärt, dass die Kids im Kindergarten wunderbar ordentlich ist und zu Hause deutlich weniger.

Natürlich gibt es in der Konmari-Methode dann noch viele Unterpunkte und Tipps wie zum Beispiel die Kleidung noch einer ausgeklügelten Methode zu falten oder nach Farben zu sortieren.

Probiere letzteres mal testweise mit einem Stapel T-Shirts aus, geht wirklich ganz schnell, hell oben, dunkel unten – ich war erstaunt, wie das die Optik im Schrank geändert und mir gleichzeitig die Erkenntnis gebracht hat, dass ich in den nächsten zwei Jahren wohl eher keine weißen und dunkelblauen T-Shirts kaufen werde …

Wenn dir die Konmari-Methode – wie wahrscheinlich vielen – auf den ersten Blick mal sehr umfangreich und zeitaufwendig vorkommt und dich allein schon der Gedanke an dieses Unterfangen abschreckt, dann habe ich hier noch zwei Idee wie du das Ausmisten etwas „sukzessiver“, aber doch auch erfolgreich angehen kannst.

Die 15-Tage-Ausmist-Challenge

Spielregeln: Am Tag 1 wird ein Ding ausgemistet, an Tag 2 zwei Dinge, an Tag 3 drei Dinge und so weiter – insgesamt sind das bei 15 Tagen 120 Dinge, wir haben uns das zu viert vorgenommen. So sollten insgesamt 480 Dinge aus unserer Wohnung verschwinden!

Wichtig sind bei einer solchen gemeinsamen Aktion ein paar Spielregeln:

  1. Nur eigene Sachen ausmisten – eh klar, bei fremden ist man wahrscheinlich zurückhaltender …
  2. Bis 24 Uhr müssen die Sachen weg sein – in eine Ecke stellen, um sie demnächst zum Mistplatz zu bringen, gilt nicht bzw. gilt dann erst an dem Tag, an dem sie tatsächlich weggebracht wurden.
  3. Ausmisten heißt auch nicht zwingend wegschmeißen – es gelten auch:
  • Verwenden – z. B.: eine Probepackung Shampoo, die schon seit Monaten herumliegt (Anmerkung aufgrund einer familieninternen Frage: eine Tafel Schokolade zu essen gilt nicht als ausmisten, auch wenn das de facto das Verschwinden eines Dinges ist 😉!)
  • Verschenken
  • Spenden
  • Verkaufen

So habe ich die Challenge in mein Bullet Journal eingetragen – denn dokumentieren hilft ungemein gegen das Vergessen, was man sich eigentlich vorgenommen hat.

15 Tage Ausmist Challenge

Das Ganzjahres-Ausmisten

Das habe ich 2019 mithilfe meines Bullet Journals probiert und es hat sehr gut funktioniert. Jede Woche wird eine Lade, ein Ordner, ein Regalfach, … durchsortiert und ausgemistet.

52 Wochen Ausmisten 1

Damit ist zwar kein schneller Erfolg sichtbar, aber langfristig wird es weniger. Auch hier ist das Dokumentieren des Tuns wichtig, sonst macht sich gerne das Gefühl von „Das bringt doch nichts!“ breit – der Blick auf die Liste überzeugt dich dann vom Gegenteil.

Diese Variante eignet sich gut, wenn dich die große, konzentrierte Aktion eher abschreckt, weil du gar nicht weißt, wo du anfangen sollst oder dir vor der vielen Arbeit und dem Zeitaufwand grault.

Natürlich kannst du bei alldem deine Kinder miteinbeziehen. Wenn du Zweifel hast, lies weiter in Warum sollten Kinder im Haushalt helfen?

Wie geht es dir mit dem Ausmisten und Aufräumen? Ich freue mich auf deine Tipps in den Kommentaren.

Mein Jahresrückblick 2020

Lohnt sich ein Rückblick in einem Jahr, das so von einem einzigen Thema dominiert wird wie dieses überhaupt? Ist eigentlich noch etwas anderes passiert in diesem Jahr als diese unsägliche Pandemie und ihre Folgen?

Weil ich aber eine unverbesserliche Optimistin bin, sind mir beim Zurückdenken nicht nur ein paar Highlight eingefallen, sondern mir ist sogar aufgefallen, dass ich mir erstmals seit vielen Jahren etwas vorgenommen und diesen Vorsatz sogar wunderbar umgesetzt und durchgehalten habe – dazu aber später noch mehr.

Schon fast verdrängt habe ich zwei Meilensteine, die sich Ende Februar und Anfang März zugetragen haben:

Mein erster Live-Vortrag vor mehr als 100 Personen

Ein engagierter Schuldirektor hat via Kinderschutzbund einen Elternabend über die „6-Jahres-Krise“ organisiert und dazu alle Eltern schon bei der Schuleinschreibung eingeladen. Wir haben mit etwa 20 Personen gerechnet, gekommen sind 111 Mütter und Väter 😊

Das erste Mal live im Radio

Ursprünglich war ich im Funkhaus bei Radio Wien eingeladen, um ein Interview – es ging um Kinder und was sie in welchem Alter entscheiden dürfen – aufzuzeichnen, aus dem dann ein Beitrag gebastelt werden sollte. Zum Abschluss aber dann die Frage, ob man mich denn auch während einer geplanten Diskussionssendung anrufen dürfe, wenn es dort Zuhörerfragen gäbe. Zwei Stunden Bedenkzeit habe ich mir erlaubt, bevor ich zugesagt habe – war schon ziemlich weit aus meiner Komfortzone draußen und ich war selten so aufgeregt wie an diesem Abend!

… und dann kam Corona

Meine Tochter sollte von 10.-15. März mit einer Delegation ihrer Schule im Rahmen des Jugendprojektes „Relais de la memoire“ nach Paris fliegen. Ich weiß noch, wie wir an den Tagen vor dem Abflug überlegten, ob es denn eine gute Idee wäre, wenn sie tatsächlich fliegt!

Um 6 Uhr flog die Maschine mit Schülerinnen und Lehrerinnen ab, um 8.30 Uhr sage ich noch zu einer Kollegin „Es wird ja die Situation hoffentlich nicht in den nächsten paar Tagen so heftig eskalieren!“ und um 13 Uhr kam die Whatsapp „Unser Rückflug ist gecancelled“. Sie haben es dann einen Tag früher nach Hause geschafft und ab 16. März war Österreich im Lockdown …

Was zur Folge hatte, dass auch alle meine geplanten Live-Workshops und Vorträge sukzessive abgesagt wurden. Dass es gleichzeitig auch um meinen Blog ruhiger geworden ist, hat vor allem zwei Gründe:

1. Mein neues Buch „Kinder stark machen – was dem Selbstwert gut tut“

Die Anfrage des Verlages kam Ende Mai, wir haben Abgabetermin Ende Oktober vereinbart, somit habe ich den Sommer mit Schreiben verbracht, aber eben nicht für den Blog. Grundsätzlich war die Erscheinung noch für vor Weihnachten geplant, wie so vieles im heurigen Jahr hat sich einiges verschoben in Lektorat, Korrektorat, Buchsatz – aber ich kann dir hier schon mal ganz stolz das Cover präsentieren, geplanter Erscheinungstermin ist dann Anfang des Jahres:

Cover Kinder stark machen

2. Ein Zufall, noch aus dem letzten Jahr

Ende September 2019 habe ich quasi aus einem Zufall heraus eine Stellenanzeige gelesen, in der es um Seminarorganisation in Teilzeit ging – und zwar im Wiener UGP, mit dessen Hilfe ich selbst 2009 Abenteuer Erziehung gegründet habe. Ich dachte „Wie lustig!“, habe aus Spaß an der Freude hingeschrieben und unglaublicherweise binnen weniger Tage losgelegt. Zeitmäßig ergänzen sich die beiden Tätigkeiten theoretisch ganz wunderbar – außer es ist gerade Corona und man muss Planungen ständig ändern und anpassen …

Für mich war es zudem sehr fein nach 10 Jahren nicht mehr ausschließlich ein Ein-Personen-Unternehmen im Home-Office zu sein, sondern wieder ArbeitskollegInnen zu haben, mit denen man sich gemeinsam was zum Mittagessen bestellt (ok, jetzt gerade mal wieder nicht, weil nun doch auch da Home-Office 😊).

Auch der Kontakt zu den vielen GründerInnen aus verschiedensten Branchen hat mich ordentlich aus meiner gewohnten Welt herausgeholt – ich war ja jahrelang hauptsächlich mit Mama-Themen (das auch privat!), Pädagogik, Online-Marketing und Social Media beschäftigt.

Es war somit auch eine gute Gelegenheit einen Blick über den Rand des eigenen Suppentellers zu werfen und siehe da, da gibt’s ja noch ganz viel anderes! Genau aus dieser Erkenntnis Ende letzten Jahres ist mein Vorsatz für 2020 entstanden:

„Heuer lese ich nur, was mich interessiert und mir Spaß macht!“

Keine Angst, Pädagogik und Kommunikationspsychologie interessieren mich nach wie vor, aber nach der geballten Ladung der Jahre zuvor, hatte ich oft das Gefühl, bereits die Wiederholung der Wiederholung der Wiederholung zu lesen …

Hier ein Auszug aus meiner Leseliste dieses Jahr:

Das Universum ist eine Scheißgegend* – Werner Gruber, Heinz Oberhummer, Martin Puntigam

Nein, das ist kein Buch über die Pandemie – ich habe es als Beispiel herausgegriffen für diverse Bücher der Science Busters rund um Physik und Planetenwissenschaften.

Komisch – alles chemisch!* - Mai Thi Nguyen Kim

Zuerst bin ich über das „Corona-Video“ im Kanal Mailab gestolpert und seitdem verfolge ich die Arbeit der Autorin. Am 8.5.2021 wird ihr in Wien der Heinz-Oberhummer-Award verliehen und ich habe Karten für die Verleihung zum Geburtstag bekommen – ich freue mich schon darauf und hoffe, dass mir nicht noch einmal ein Strich durch die Rechnung gemacht wird (der erste Termin wäre nämlich eigentlich schon im November 2020 gewesen!)

Genpoolparty* - Martin Moder

Der nächste Naturwissenschaftler in meiner Leseliste – sehr empfehlenswert auch sein Insta-Account und seine Videos zum mittlerweile unsäglichen Thema, das mit C beginnt!

Miss Daisy-Krimis* – Carola Dunn

Manchmal braucht es auch was Leichtes – eine junge, durch die Folgen des Ersten Weltkrieges verarmte Adelige beginnt als Journalistin zu arbeiten und wird immer wieder in Kriminalfälle verwickelt – „cozy crime“ vor dem Kamin 😊

Um Leben und Tod*– Henry Marsh

Meine Mädels und ich sind in Greys Anatomy hineingekippt und plötzlich waren die Erfahrungsberichte eines Neurochirurgen von Interesse, wenn schon McDreamy nicht mehr Teil der Serie ist …

Eine kurze Geschichte der Menschheit– Yuval Harari

Geschichte hat mich immer schon fasziniert, schließlich habe ich ja vor vielen Jahren in der Wiener Hofburg Führungen durch die Kaiserappartements für Touristen gemacht. An diesem Buch finde ich vor allem die Sicht auf das Große und Ganze der Menschheitsgeschichte interessant, ohne dass auf einzelne Länder oder Personen eingegangen wird – und wie viel Psychologie de facto hinter den großen Umbrüchen steht!

What if*und How to* – Randall Munroe

Wissenschaftliche Antworten auf absurde hypotethische Fragen wie „Funktioniert ein Toaster auch in der Tiefkühltruhe“ oder „Wie man es hinkriegt, ein richtig großes Loch zu graben?“ – und das mit herrlichem Humor!

Passend zu meinem Lesevorhaben habe ich mir eine Jahreskarte für das Kunsthistorische Museum und die Science Card der VHS geleistet und Führungen und Vorträge (teilweise natürlich online!) besucht. Von ägyptischen Hieroglyphen über kulinarische Physik bis zur Konstruktion der internationalen Raumstation ISS.

Marie Kondo habe ich übrigens auch gelesen, nicht weil ich mit meiner Ordnung zu Hause unzufrieden wäre, ich wollte vor allem wissen, was an diesem Hype dran ist. Ich glaub, da muss ich aber nochmal extra darüber berichten.

Für 2021 habe ich derzeit noch keinen Vorsatz – vielleicht fällt mir noch was ein, vielleicht auch nicht, das sehe ich recht stressfrei. Auf alle Fälle kann es ja nur bergauf gehen :-)

2021Hast du dir schon etwas vorgenommen für 2021? Ich bin gespannt, schreib sie gerne in die Kommentare, oft hilft ja das „Sich-deklarieren“ und Niederschreiben bei der Umsetzung!

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